Jede Künstlerin hat ihre eigene Handschrift

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Sa, 30. Oktober 2021

Rheinfelden

Ausstellung der "Weibsbilder" im St. Josefshaus in Herten zeigt bis März 2022 Gemälde von vier Frauen in verschiedenen Stilen und Techniken.

. Vier Frauen, die eine gemeinsame Leidenschaft für die Malerei teilen, bestücken die neue Ausstellung der Gruppe "Weibsbilder" im St. Josefshaus in Herten. Jede der vier Malerinnen aus Rheinfelden und Schwörstadt hat eine eigene Handschrift, einen eigenen Stil, und das drückt sich in der geschickten Hängung aus.

Denn jede Künstlerin hat ihren eigenen Bereich, kann sich auf jeweils einer Seite der großzügigen Gänge auf zwei Stockwerken des Gebäudes entfalten. So vielfältig sind die Motive, dass es wie vier Ausstellungen unter einem Dach wirkt.

Karin Volz zeigt faszinierende Figurenbilder und Interieurs mit Sesseln in leuchtkräftigen Farben und einer besonderen vielschichtigen Technik. Ihre Malerei in vielen Farbschichten ist mit Abdrücken von floralen Stoffmustern und Spitzenornamenten verwoben, was den Arbeiten eine geheimnisvolle Struktur verleiht. Die Bilder, in denen eine Katze oder weiße Vögel auf der Sesselkante sitzen, erzählen Geschichten. Ganz neu hat sich die Malerin mit dem Thema Wasser beschäftigt. Aus dieser Reihe sieht man Fische in Tiefsee- und Unterwasserszenerien, aber auch originelle surreale Motive wie einen Hippie-Walfisch mit Blütenkranz und Seesternen.

Zarte Linien, reduzierte Formen und eine Palette von feinen Farbtönen sind kennzeichnend für die Bilder von Petra Mavrin. Geheimnisvoll wirkt die langgezogene Frauenfigur neben einem Vogelkäfig, was Raum für Interpretationen offen lässt. Einige Bilder zeigen abstrahierte Blüten auf filigranen Stängeln in hellen Farbnuancen. In der Reihe "Herzallerliebst" hat Mavrin herzförmige Blumenformen und Herzformen in ihrem dezenten Stil gemalt. In einer anderen Serie tauchen Kugelformen auf, auch "Glückskugeln". Vielseitig in den Motiven präsentiert sich Anette Adlberger-Sailer, für die Malerei "Balsam für die Seele" bedeutet. Ihre Seerosen auf dem Teich ziehen die Blicke magisch an, ebenso die silhouettenhaften Blüten in Acryl und Sand auf Leinwand und der "Rhyblick" mit Blick auf die Fische und die Tiefe des Wassers. Unter dem Titel "Landluft" sieht man abstrahierte, in klaren Formen gemalte Häuser. Reizvolle Hell-Dunkel-Effekte beschwört die Malerin in Bildern von Kronleuchtern vor dunklem Hintergrund. Ganz anders, humorvoll und farblich poppig, sind die originellen Kuh-Paraden beim "Wiesenflirt".

Angie Attenhauser steuert kraftvoll gemalte Naturmotive bei: Ein Wasserfall, Felsen, eine Eiswand sind elementar und dynamisch in den Formen und den Weiß-Blau-Tönen gemalt.

Ausstellung mit anregenden Eindrücken

In warmen Ockertönen gehalten sind eine Baumallee, in der Attenhauser eine räumliche Tiefenwirkung erzeugt. Nah herangeholte einzelne Blumen, Baumstämme, aber auch angedeutete Körper in dem Bild "Nähe" sind weitere sehenswerte Werkbeispiele der Malerin.

Bei der Vernissage freute sich Birgit Ackermann vom Vorstand, dass die von Kuratorin Christina Kuhn organisierte Schau abwechslungsreiche und anregende Eindrücke ins Haus bringe. Auch für die Betrachter seien diese schönen Bilder "eine Auszeit vom Alltag".

Die Ausstellung ist bis März 2022 werktags 9 bis 16, an Sonn- und Feiertagen 9 bis 14 Uhr zu sehen.