Kreis Lörrach

Kandern macht Simone Penner im ersten Wahlgang zur Bürgermeisterin

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 22. März 2020 um 20:08 Uhr

Kandern

Das ist eine Überraschung: Schon nach dem ersten Durchgang ist die Wahl in Kandern entschieden – die 46-jährige Architektin Simone Penner setzt sich gegen fünf Mitbewerber durch.

Die neue Bürgermeisterin in Kandern heißt Simone Penner. Überraschend hat sich die 47-jährige Architektin im ersten Wahlgang gegen fünf Mitbewerber durchgesetzt und mit rund 56 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht. Die Lokalmatadorin Kaja Wohlschlegel, engagiert in verschiedenen Vereinen und langjährige Stadträtin, kam nur auf Platz zwei und erhielt 26 Prozent der Stimmen.

"Ich bin überwältigt, ich kann es auch jetzt noch kaum fassen." Simone Penner, neue Bürgermeisterin
"Ich bin überwältigt, ich kann es auch jetzt noch kaum fassen", kommentierte Simone Penner den Ausgang der Wahl. Zunächst erfülle sie einfach ein Gefühl der Dankbarkeit. Den Wählern gegenüber, die diese klare Entscheidung gewollt hätten, aber auch den vielen Helferinnen und Helfern gegenüber, die die Wahl unter so widrigen Bedingungen überhaupt möglich gemacht hatten. Bewusst ist sich Simone Penner, dass die Erwartungen an sie sehr hoch sind. Dem wolle sie sich stellen. Zunächst werde nun aber gefeiert – im kleinen Kreis, da ja eine Wahlparty durch die Corona-Einschränkungen nicht möglich ist.
Liveticker zum Nachlesen: Bürgermeisterwahl in Kandern

Mit einem Sieg im ersten Wahlgang war bei der doch Vielzahl an Bewerbern nicht zu rechnen gewesen. Denn auch wenn sich Marina Ertel spätestens bei der offiziellen Kandidatenvorstellung im wahrsten Sinnen des Wortes um Kopf und Kragen geredet hatte, blieben doch fünf ernstzunehmende Bewerber. Trotzdem haben die 3427 Bürger, die trotz der Widrigkeiten, die mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie einhergingen, zur Wahl gegangen waren oder im Vorfeld ihre Stimme per Briefwahl abgegeben hatten, eine klare Entscheidung gefällt. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,2 Prozent.

Die Zweitplatzierte ist über das Ergebnis erschüttert

Von denen, die am Sonntag an die Urnen in den verschiedenen Wahllokalen gegangen sind, haben 55,4 Prozent für Simone Penner gestimmt, nicht einmal halb so viele für Kaja Wohlschlegel. Sie kam in den Wahllokalen auf nur 26,7 Prozent Stimmen.

Ihren Bonus als engagierte Sprecherin der Fraktion der Freien Wähler im Gemeinderat und als nicht weniger engagierte Mitstreiterin im Werbering hat Wohlschlegel nirgends voll ausspielen können. Nahe kam sie Simone Penner nur im Wahllokal II in der Stadt Kandern selbst, wo sie 36 Prozent der Stimmen erreichte, während Penner mit 40,7 Prozent ihr schlechtestes Teilergebnis einfuhr. Das Gesamtergebnis inklusive der Briefwahl hat dann das Ergebnis aus den Wahllokalen quasi punktgenau bestätigt.

Bemerkenswert war auch das Ergebnis von Volker Pilz, der als Ortsfremder doch weit mehr als einen Achtungserfolg erntete. Fast 18 Prozent in Sitzenkirch zeigen, dass er sich voll auf den Wahlkampf konzentriert hat. Weniger Fortune hatten da die weiteren drei Kanderner Bewerber, Florian Zöbelin, Oliver Heimann und Marina Ertel, die zusammen nicht einmal sechs Prozent der Stimmen auf sich vereinten. Völlig erschüttert über das Ergebnis war Kaja Wohlschlegel, die am Telefon regelrecht um Fassung rang. Dass die Wahl so schnell und eindeutig entschieden werden könnte, damit hatte sie offensichtlich nicht gerechnet.