Lanzarote

Karge Schönheit

Dominik Bloedner

Von Dominik Bloedner

Sa, 19. März 2016

Reise

César Manrique ist der berühmteste Sohn von Lanzarote. Ohne seine Kreativität, seine Streitbarkeit, seinen Mut und seine Beharrlichkeit sähe die Kanareninsel heute ganz anders aus – und sein Erbe wird bewahrt /.

Ein Kreisverkehr. Ab und an braust ein Kleintransporter oder einer dieser vielen kleinen Mietwagen für Touristen vorbei. Drei grüne Kakteen auf schwarzem Sand recken ihre Stacheln in den blauen Himmel. Das von César Manrique entworfene, erst nach seinem Tod aufgestellte silberne Windspiel bewegt sich träge im Passatwind. Im Hintergrund thront wie an so vielen Stellen der Kanareninsel Lanzarote ein Vulkankegel. Hier also ist es passiert, das Unglück.

Ein Blick zurück: Am 25. September 1992 um 14.10 Uhr kracht es gewaltig in der Nähe des Dorfes Tahiche an der unübersichtlichen Kreuzung, die damals noch kein Kreisverkehr ist. Manrique, der international bekannte Künstler und Umweltschützer, Freigeist und Schöngeist, ist auf dem Weg nach Hause nach Haría, ins Dorf der 1000 Palmen im Inselnorden. Er will mit seinem dunkelgrünen Jaguar die Straße queren, schaut nicht richtig und wird von einem heranbrausenden Geländewagen erwischt. Er stirbt wenig später im Krankenhaus von Arrecife. Es ist die Ironie des Schicksals: Manrique, damals 73 Jahre alt, mochte den zunehmenden Verkehr auf seiner Insel gar nicht, nun hat ihm ein Auto den Tod gebracht. Es ist ein Schock für alle, auch auf dem spanischen Festland. Die Inselregierung verordnet eine dreitägige Trauer, die Zeitungen bringen Sonderausgaben. "Die Insel beweint den Tod ihres auserwählten Sohnes – doch der Vulkan Manrique lebt weiter. Adiós, Genie", titelt ein Blatt.

17 Jahre später lässt der spanische Starregisseur Pedro Almodóvar in seinem Film "Los abrazos rotos" ...

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