Ehrenkirchen

Karsten Norman soll neuer Ortsvorsteher in Offnadingen werden

Andrea Gallien

Von Andrea Gallien

Sa, 20. Juli 2019 um 10:00 Uhr

Ehrenkirchen

Neue Ortschaftsräte, neuer Ortsvorsteher – der Ortschaftsrat Offnadingen erlebt nach der Kommunalwahl im Mai einen personellen Umbruch.

Einstimmig hat das Gremium vorgeschlagen, dem Gemeinderat Karsten Norman als Nachfolger von Ortsvorsteher Sebastian Fehr vorzuschlagen. Stellvertreter soll weiterhin Michael Strub sein. In seiner Sitzung am 30. Juli entscheidet letztlich der Gemeinderat, ob er den Vorschlag des Ortschaftsrates annimmt. Er folgt jedoch in der Regel dessen Votum.

Verabschiedet wurden neben dem bisherigen Ortsvorsteher Sebastian Fehr drei weitere der insgesamt sechs Ortschaftsräte. Gustav Gehri, Eckhart Gysler und eben Sebastian Fehr waren nicht mehr angetreten, Katrin Moog war nicht wieder gewählt worden. Aus dem alten Gremium weiter im Amt sind Michael Strub und Hans-Peter Steiert, der bei der Wahl die meisten Stimmen bekommen hatte, aber nicht für das Amt des Ortsvorstehers kandidieren wollte. Strub und Steiert werden künftig unterstützt von Andrea Kunz, Annette Spies, Eckhard Büche und Karsten Norman. 69,5 Prozent der Wähler hatten am 26. Mai in Offnadingen den Ortschaftsrat gewählt.

Gustav Gehri und Eckhart Gysler haben das Dorfleben 35 Jahre lang geprägt, lobte Sebastian Fehr das Engagement der beiden ausscheidenden Ortschaftsräte. 20 Jahre war Gehri, der an der Sitzung im Gemeindehaus nicht teilnahm, zudem Ortsvorsteher, Gysler 15 Jahre lang sein Stellvertreter. Viel Zeit und Herzblut haben beide, so Fehr, für ihr Heimatdorf investiert. Eckhart Gysler gab an die nachfolgenden Ortschaftsräte die Erfahrung weiter, dass man bei der Zusammenarbeit mit Behörden einen langen Atem brauche, "es gibt Dinge, die sind wir vor 35 Jahren angegangen und die sind bis heute nicht erledigt." Das gelte etwa für die zweispurige Unterfahrung der Bahnbrücke und die Einführung von Tempo 30 im ganzen Ort. Er wünschte allen "ein gutes Händchen für Offnadingen. Aber vergesst nicht, die Welt dreht sich auch weiter, wenn etwas nicht klappt".

Verabschiedet wurde auch Katrin Moog, die fünf Jahre dem Gremium angehörte. Sebastian Fehr nannte sie "eine Kommunalpolitikerin durch und durch", sie selbst erklärte, die Arbeit im Ortschaftsrat habe ihr viel Freude bereitet.

Fünf Jahre lang hatte Sebastian Fehr an der Spitze des Ortschaftsrates gestanden. Er blicke insgesamt auf eine spannende Zeit zurück in einem Gremium, das immer mehr zusammengewachsen sei. Weil er sich nun mehr um seine Familie kümmern möchte, war er nicht mehr zur Wahl angetreten. Diese Entscheidung bedauerten sowohl Fehrs Stellvertreter Michael Strub ("Du hast deine Arbeit top gemacht und dich nicht aus der Ruhe bringen lassen") als auch Ehrenkirchens Bürgermeister Thomas Breig: "Sebastian Fehr wollte etwas bewegen und hat einiges auf den Weg gebracht."

Grundlage dazu war die Agenda, die sich der Ortschaftsrat zu Beginn der Amtszeit vorgenommen hatte. Sie sei in weiten Teilen abgearbeitet worden, so Fehr. Dazu zählt die Sanierung des in die Jahre gekommenen Spielplatzes, die Neuregelung der Vorfahrt an der Kreuzung Hauptstraße/Biengener Straße oder die Tempo- 30-Regelung von der Ortseinfahrt aus Richtung Mengen bis fast zur Kreuzung. Das Lieblingsprojekt Dorfplatz habe große Fortschritte gemacht. Nicht nur der Ortschaftsrat, auch die Bürger haben hier, so Fehr, "viel Herzblut reingesteckt", sich in Workshops an der Planung des Platzes beteiligt. Nicht Forderungen stellen, sondern selber Vorschläge machen sei das Motto des Bürgerengagements gewesen, so Fehr. Nun ist er optimistisch, dass die Ausschreibung im Herbst ein preisgünstigeres Ergebnis bringen wird als im Frühjahr, als der Gemeinderat die Ausschreibung aufgehoben hatte, weil die Angebote den Kostenrahmen gesprengt hatten.

Architekt Richard Stoll, selbst Offnadinger und maßgeblich an der Planung des Dorfplatzes beteiligt, schloss sich dem Optimismus von Sebastian Fehr an. Er hofft auf einen Beginn mit den Tiefbauarbeiten im Januar/Februar 2020. Gleich im Anschluss soll es mit dem Platz weitergehen, "damit wir das schnell durchziehen". Wie schon in der jüngsten Ratssitzung erklärte Bürgermeister Thomas Breig, es sei realistisch anzunehmen, dass das Dorffest 2020 nicht auf dem Dorfplatz, sondern ausnahmsweise an anderer Stelle werde stattfinden müssen.