BZ-Fragebogen

Kegler Michael Schwarz: "Bon Jovi sollte besser aufhören"

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Do, 30. Januar 2020 um 22:10 Uhr

Kegeln

Michael Schwarz ist Stammkraft bei Kegel-Verbandsligist SG ESV Weil/A9 Malsburg. Im BZ-Fragebogen verrät der Friedlinger seinen besten Schülerstreich und und warum Bon Jovi aufhören sollte.

Als Aufsteiger haben sich die Verbandsliga-Kegler der SG ESV Weil/A9 Malsburg schnell wieder auf dritthöchster Ebene etabliert. Immer dabei: Michael Schwarz. Der 51-jährige Friedlinger ist in der Lebensmittelindustrie als Verkaufsleiter einer schweizerischen Firma tätig, am Samstag tritt er mit der SG beim Tabellennachbarn SKC Unterharmersbach II an. Zuvor stand Schwarz für den BZ-Fragebogen Rede und Antwort – auch zu Nichtsportlichem.

» Als Kind wollte ich werden: Mehreres abwechselnd – Pilot, Polizist, Fernfahrer.

» Am Kegeln fasziniert mich... das Zusammenspiel zwischen Ausdauer, Konzentration und mentaler Stärke.

» Auf meinem mp3-Player fehlt auf keinen Fall: Alles außer Klassik. Es muss immer ein Mix sein, von Deutsch-Pop bis Hardrock.

» Hund oder Katze? Katze. Ich habe einen Kater: Carlo. 17,5 Jahre alt, Kartäuser-Mix. Mit Katzen muss man nicht spazieren gehen, sie sind selbstständig, brauchen nur Streicheleinheiten und Futter.

» Mein letztes Konzert? Bon Jovi, 2019 im Zürcher Letzigrund. Ich höre ihn gern, aber er sollte besser aufhören. Er hat nicht gut gesungen.

» Können Sie sich an einen Schülerstreich erinnern? Sehr viele, zum Beispiel: Schloss verkleben. Bei einem Lehrer haben wir in den Auspuff seines Autos einen Lumpen reingesteckt. Der Motor ist abgesoffen. Er hat nie herausgefunden, wer es war.

» Bei Jauch eine Million gewinnen und dann... weiter leben wie bisher. Geld beruhigt, macht aber nicht glücklich.

» Immer essen könnte ich: Alles außer Mais in Dosen. Als Angler erinnert mich das an Fischfutter. Es schmeckt nicht. Grusig.

» Lieblingsfächer in der Schule? Sport und Werken, ich habe gerne mit Holz gearbeitet.

» Beste Sportart außer Kegeln? Fußball. Im Verein hab ich nur ganz kurz gespielt, beim FC Friedlingen. Dafür viel in der Freizeit, als Kind fast jeden Tag.

» Zum Sportkegeln kam ich... durch den Bruder meiner Ex-Ex-Freundin. Ich war bei einem Plauschkegelclub. Der Klassiker: Wir haben uns sonntags getroffen, paar Schorle getrunken, gekegelt und etwas in die Kasse gezahlt. Er spielte bei GH Brombach, lud mich zum Training ein. Ich blieb dabei. Später bin ich zum ESV Weil, wo ich früher bereits Badminton gespielt habe, zurückgekehrt.

» Ritual vor dem Spiel? 30 Minuten vor meinem Spiel wärme ich mich auf. Ich muss für mich sein, gehe auf die Seite, bereite mich vor, wie ich das Spiel anfangen werde, und denke mich langsam rein.

» Im TV verpasse ich nie: Sportschau. Allerdings spielen wir samstags meistens selbst. Ansonsten gibt’s ja die Mediathek.

» Lieblingsclubs? Borussia Dortmund und FC Basel. In Dortmund war ich noch nie, bin aber oft im St. Jakob-Park. Ob einer Meister wird? Basel, wenn sie so weiter spielen, sicher nicht. Bei Dortmund könnte es noch spannend werden.

» Lieblingslektüre? Wirtschaftsliteratur, neue Kochbücher. In meinem Beruf muss ich schauen: Was ist der Trend? Derzeit: "plant based", also auf pflanzlicher Basis, vegan und vegetarisch. Auch wenn ich nicht unbedingt die Zielgruppe bin.

» Gerne mal treffen würde ich... alle großen Präsidenten – USA, Türkei oder Russland. Würde ihnen gerne den Tipp geben, mal mehr auf die Basis zu hören.

» Lieblingsinternetseite: Google, der weiß alles. Mal selbst gegoogelt? Natürlich, das macht jeder. Es kam nichts Überraschendes. Ich bin völlig unbedeutend.

» Meine peinlichste Szene auf der Bahn: Letzter Wurf, es stand nur noch ein Kegel – ich hab’ ihn nicht getroffen. Statt Remis haben wir verloren. Alle anderen waren fertig, alle schauten auf mich. Das war so peinlich. Das war diese Saison. Wann weiß ich nicht mehr, habe ich verdrängt. Mit dem Punkt wären wir Dritter mit Unterharmersbach.

» Am Herd gelingt mir am besten: Alles. Ich bin gelernter Koch. Meine Freunde wollen von mir immer Rösti.

» Sportart, in der ich talentfrei bin? Gerätturnen. Bei Barren oder Reck dachte ich nur: Oh mein Gott.

» Bowling ist... mit Kegeln nicht zu vergleichen, aber ein toller Freizeitsport. Vielleicht bekomme ich vom Bowler eins auf die Löffel, aber: Ein guter Kegler kann auch gut bowlen – aber ein guter Bowler nicht gut kegeln. Kegeln ist sportlicher, danach bin ich verschwitzt, kaputt. Beim Bowling spüre ich nichts. Ich muss mich nicht so tief bücken, es ist ein anderer Bewegungsablauf. Klar: Bowlingkugeln sind schwerer, haben aber wenigstens Löcher.

» Beste Erfindung: Das Internet, alles ist schnell greifbar. Die Schnelligkeit hat viele Vorteile, aber auch viel mehr Herausforderungen ins Leben gebracht. Damit umzugehen ist nicht immer einfach.

» Lieblingsurlaub: Ich habe schon viele Länder bereist, jedes hat etwas spezielles und schönes. Asien ist ganz speziell – Leben, Essen, Kultur. Ich rate jedem, mal hinzugehen.

» Einmal im Leben möchte ich... deutlich über 600 Holz spielen. Mit 586 war ich schon mal nahe dran.

» Michael Osswald ist ein super Kapitän, aber... er kann ganz schön sauer werden, wenn wir nicht alles geben. Dann wird er direkt und energisch. Danach ist aber alles gut. Ein Top-Kapitän.

» Samstag gegen Unterharmersbach II... wird es ein heißes Spiel. Sie werden Respekt vor uns haben und mit einer Top-Besetzung antreten. Ihr Ziel ist die Spitze.

» Platz vier nach zwölf Spielen... hätten wir vor Saisonbeginn sofort unterschrieben. Wir sind mit der richtigen Einstellung in die Spiele gegangen, hatten auch mal Glück, aber auch mal Pech. Und Martin Wolfring ist eine Verstärkung, ein Vorbild für uns. Er sagt, was wir anders machen können, bringt uns weiter.