Kein interkommunales Gewerbegebiet

Martin Wunderle

Von Martin Wunderle

Sa, 28. Mai 2022

Löffingen

Die Kosten für die Erschließung hat Löffingen selbst getragen und profitiert jetzt auch alleine von der Gewerbesteuer.

. Vor gut 25 Jahren wurde das interkommunale Gewerbegebiet an der B 31 (so der Name) in Löffingen mit einer Fläche von 23 Hektar erschlossen. Inzwischen ist das letzte Grundstück verkauft, der Gemeinderat hat eine Erweiterung in Richtung Osten beschlossen. 15 Firmen haben sich in dieser Zeit dort angesiedelt.

Die Idee entstand in den Jahren 1992/1993, weil die Gemeinde damals dringend weitere Gewerbeflächen für bereits geplante Erweiterungen von Löffinger Betrieben brauchte.

Der damalige Bürgermeister Dieter Mellert kaufte deshalb Grundstücke nördlich der Bundesstraße, um eine solche Entwicklung zu ermöglichen, weiß der damalige Rechnungsamtsleiter Artur Klausmann, der jetzt größtenteils seinen Ruhestand genießt und nur noch bis zur Abwicklung des Antrags für die Breitbandförderung teils für die Stadt im Rechnungsamt tätig ist.

Dass man sich schließlich für ein interkommunales Gewerbegebiet entschieden habe, sei im Wesentlichen den höheren Zuschüssen für die Erschließung des Geländes geschuldet gewesen. Dazu hatten vorab Gespräche innerhalb des Sprengels und mit dem Regierungspräsidium stattgefunden. Die Gemeinden Titisee-Neustadt, Breitnau, Lenzkirch, Schluchsee, Feldberg und Friedenweiler hatten ihre Beteiligung zugesichert.

Entstanden ist allerdings kein interkommunales Gewerbegebiet im herkömmlichen Sinne, erklärt Klausmann. Denn normalerweise werde ein Schlüssel für die Verteilung der Erschließungskosten unter den beteiligten Kommunen erarbeitet, und auch die Einnahmen über die Gewerbesteuer würden dann entsprechend verteilt. Von einer Kostenbeteiligung allerdings wollten die beteiligten Kommunen nichts wissen, für die habe es sich nur um eine ideelle Unterstützung gehandelt. So habe Löffingen eben die Kosten für die Erschließung selbst getragen. Die Gewerbesteuer fließe jetzt in die Löffinger Stadtkasse. Außerdem sei es die erste Baumaßnahme in Löffingen gewesen, für die ein ökologischer Ausgleich erbracht werden musste. Diese Fläche habe man östlich der Tankstelle ausgewiesen. Der interkommunale Anstrich indes sei nur in den ersten Jahren hochgehalten worden, sagt Klausmann.

Die ersten Firmen, die ins Baugebiet zogen, waren Wolfgang Vogt als Hausdienstleister, das Unternehmen Container-Mayer und die Firma WST, die vorher mit anderen Existenzgründern im Prause-Gebäude an der Bahnhofsstraße an einer Maschine produzierte, wie sich Altbürgermeister Norbert Brugger, damals noch Gemeinderat, erinnert. Heute ist WST Löffingens größter Arbeitgeber. Die Erschließung des Gebiets erfolgte in zwei Abschnitten, von denen der erste beim jetzigen Ökohaus Ibach endete. Die dahinterliegenden Flächen mit dem dm-Markt und dem Discounter Aldi, der in der vergangenen Woche eröffnete, habe man erst im zweiten Bauabschnitt erschlossen. Für die letzte freie Fläche hat vor kurzem die Bäckerei Schmid aus Bräunlingen einen Antrag für den Bau einer neuen Backstube gestellt.

Inzwischen hat der Gemeinderat eine Änderung des Flächennutzungsplans beantragt und die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Erweiterung des Gewerbegebiets in Richtung Osten beschlossen. Für das Gelände, das bisher als Ausgleichsfläche für den Bau des Gewerbegebiets vorgehalten wurde, soll an anderer Stelle Ersatz gefunden werden. Das Interesse ist offensichtlich groß. Es lägen bereits genügend Anfragen vor, um den gesamten Erweiterungsbereich mit rund vier Hektar Fläche auszunutzen, lautete die Auskunft bei der damaligen Änderung des Bebauungsplans im Gemeinderat.