Keine Angst im Wasser

Yvonne Weik

Von Yvonne Weik

Sa, 18. Juli 2009

Neues für Kinder

Bei der DLRG kann man nicht nur schwimmen lernen, sondern sogar Rettungsschwimmer werden

Dominik (17) steht barfuß am Beckenrand. "Und jetzt alle noch eine ganze Bahn kraulen", ruft er laut durch die Schwimmhalle. Die Kinder im Wasser legen los. Der rechte Arm greift ins Wasser, dann der linke, wieder der rechte, die Beine paddeln, das Wasser spritzt. Einer nach dem anderen schwimmen sie durch das Becken im Bad Krozinger Sportbad Aquarado.

Dominik ist zufrieden. Dennoch beobachtet er gemeinsam mit Tim (17) die Schwimmer ganz genau. Das muss auch so sein. Die beiden sind nämlich nicht nur Trainer, sondern Rettungsschwimmer bei der DLRG Bad Krozingen.

Die vier Buchstaben DLRG sind die Abkürzung für Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Was Rettungsschwimmer machen, sagt schon ihr Name: Sie retten Menschen, und zwar vor dem Ertrinken. In Deutschland gibt es etwa 47 000 Rettungsschwimmer. Doch wie wird man Rettungsschwimmer? Dominik und Tim haben genau wie die Kinder angefangen: in einer Schwimmgruppe. Wann das genau war, wissen sie nicht mehr. "Vor vielen Jahren", sagt Tim. Bei der DLRG in Bad Krozingen können Kinder ab etwa acht Jahren mitmachen. Allerdings muss man schon schwimmen können, zumindest so gut, dass man sich ohne Schwimmhilfe über Wasser halten kann. In der Gruppe lernt man dann mit anderen Kindern, wie man noch besser schwimmen kann. Wie das geht, zeigen einem Trainer wie Tim oder Dominik.

Wer Schwimmen lernt, schwimmt am Anfang oft wie ein Hund: Die Hände und Arme paddeln so schnell wie möglich durchs Wasser, die Beine treten dazu. So geht man zwar nicht unter, aber man kommt auch nicht wirklich vom Fleck. In der Schwimmgruppe trainiert man, wie man Finger und Arme zusammenhält und die Beine richtig bewegt. Mit ein paar Tipps der DLRG-Trainer und etwas Übung klappt das Schwimmen viel besser: Man braucht weniger Kraft und schwimmt sicherer.
Bei der DLRG Bad Krozingen trainieren etwa 90 Kinder und Jugendliche. Alle haben ein Ziel: die Schwimmabzeichen. Das bekannteste ist das Seepferdchen. Dafür muss man vom Beckenrand springen, 25 Meter weit schwimmen und einen Gegenstand aus dem Wasser holen. Nach dem Seepferdchen kommen die Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold. Wer das alles geschafft hat, kann so gut schwimmen, dass er anderen Menschen im Wasser helfen kann.
Die erste Stufe ist der Juniorretter. Für das Abzeichen trainiert man zum Beispiel, einen anderen Schwimmer durchs Wasser zu schleppen. Damit das leichter geht, lernt man den richtigen Griff.

Tim und Dominik wissen genau, wie das geht. Sie haben nicht nur die Prüfung zum Juniorretter geschafft, sondern das Rettungsschwimmabzeichen in Gold in der Tasche. Vor allem im Sommer, wenn das Freibad offen ist, sind sie oft im Schwimmbad und helfen dem Bademeister. Damit jeder die Rettungsschwimmer im Notfall schnell erkennt, tragen alle ein gelbes Shirt und eine rote Hose. "Zum Glück ist noch nie etwas Schlimmes passiert", sagt Tim.

Damit auch euer nächster Besuch im Schwimmbad gut verläuft, hier ein paar Tipps der Rettungsschwimmer:

– am besten schwimmen lernen
– bei Gewitter sofort aus dem Wasser gehen
– nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig essen
– Rücksicht auf andere nehmen
– eine Schwimmbrille tragen gegen das Chlor
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