Nächtlicher Freizeitlärm

Keine städtischen Genehmigungen mehr für derartige bürgerfeindliche Auftritte

Arno Kienle

Von Arno Kienle (Freiburg)

Di, 31. August 2021

Leserbriefe Freiburg

Zum Bericht "Dutzende Beschwerden wegen DJ-Abend " (BZ vom 17. August).

Die deplatzierte Krawallkultur der Stadt Freiburg fand nächtens nicht nur im Eschholzpark, sondern auch auf dem Alten Messplatz statt. Das ohrenbetäubende basslastige Getöns war so überdimensioniert, dass selbst in der Ferne an der Lochmatten-/Otto-Wels-Straße die Türen wackelten.

Als ich den Veranstalter aufforderte, den Bass auf ein entsprechendes Minimum zu reduzieren, bekam ich zur Antwort: "Die Lautstärke kann man nicht ändern und wurde von der Stadtverwaltung genehmigt".

Nach heftiger und übler Diskussion sind zwei Personen des Veranstalters meiner Aufforderung gefolgt, sich die Lautstärke beim Pflegeheim "Emmi Seeh" in der Runzstraße anzuhören, ohne dass inzwischen der Bass leiser gestellt werde. Bereits nach 50 Metern wurde der Bass aber doch erheblich verringert. Der Beobachtung konnten die beiden Mitarbeiter nicht widersprechen. Das Fazit jedoch: Nach kurzer Zeit wurde – wie erwartet – der Bass wieder hochgefahren.

Es wäre die selbstverständlichste Aufgabe der städtischen Chefetage vom Kulturamt gewesen, dass sie sich rechtzeitig und persönlich von dem Missstand selbst überzeugt und Maßnahmen ergreift. Wenn solche für die Bürgerschaft unzumutbare Veranstaltungen von der Stadtverwaltung als Kultur angesehen werden, dann "Gute Nacht". Chöre, Operetten, Gesang und so weiter gerne wieder, aber keine tinnitusgestörten Aufführungen. Diese rücksichtlosen und uneinsichtigen Veranstalter dürfen künftig keine städtischen Genehmigungen mehr für derartige bürgerfeindliche Auftritte erhalten.

Arno Kienle, Freiburg