Hilfe zur Selbsthilfe

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 09. Mai 2019

Kenzingen

Mit Hilfe des Kenzinger Vereins Zarok konnten 30 Frauen im Nordirak ein Stück selbstständiger werden.

KENZINGEN (BZ). Nach einer ersten, sechswöchigen Ausbildungsphase erhielten insgesamt dreissig Teilnehmerinnen der Nähateliers in den nordirakischen Flüchtlingslagern Sharya und Khanke in einer kleinen Feierstunde ihre Arbeitsmaterialien überreicht. Unterstützt wurde die Aktion vom Kenzinger Verein Zarok. Weitere Aktionen sind geplant.

Die jesidischen Witwen leben nach dem Überfall des Islamischen Staates auf ihre Siedlungsgebiete im Sindjargebirge inzwischen fast fünf Jahre in verschiedenen nordirakischen Flüchtlingslagern. Angehörige wurden getötet oder verschleppt, manche werden noch immer vermisst. Die Ausbildung zur Schneiderin gebe ihnen die Möglichkeit, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und eigenes Einkommen zu erzielen, schreibt der Verein in einer Mitteilung. Bis Ende Juni werden die Jesidinnen durch die Projektleitungen vor Ort bei all ihren Fragen zur Selbständigkeit weiterhin beraten und unterstützt. In beiden Flüchtlingscamps wurden kooperativ geführte kleine Läden eröffnet.

Zarok hat in dieses Gemeinschaftsprojekt mit dem Schweizer Verein Khaima und der Presbyterianischen Kirche in den USA 5000 Dollar eingebracht, umgesetzt wurde das Projekt von der ortsansässigen Shingal Organization for Social Development. Der Kenzinger Verein plant für den Frühsommer ein weiteres Traumabearbeitungsprogramm für jesidische Mütter und ihre Kinder in Kooperation mit der Organisation vor Ort. Für die Kinder gibt es therapeutische Angebote wie Kunst- und Spieltherapie, musikalische Angebote und Dramatherapie. Die Angehörigen werden mit einzel- und gruppentherapeutischen Gesprächsangeboten unterstützt.

Im Sommer soll es mit der Panaga Organization for Education wieder eine mobile Beschulung in unzugänglichen Landstrichen des Nordirak geben, sogenannte Pop-up-Schulen. Zarok hilft seit fünf Jahren im Krisengebiet und ist inzwischen mit lokalen und internationalen Hilfsorganisationen gut vernetzt. Susanne Dorer und Sigrid Leder-Zuther vom Vorstand sind überzeugt: "Wir können hier vor Ort schon mit kleineren Summen wichtige Selbsthilfeprojekte realisieren."

Mehr Informationen gibt es im Internet unter http://www.zarok.de