Kenzingen

Jugendliche attackieren Kenzinger Gemeindemitarbeiter

Lena Marie Jörger

Von Lena Marie Jörger

Fr, 22. Februar 2019 um 16:24 Uhr

Kenzingen

Zwei Jugendliche sollen an einer Schule in Kenzingen einen Gemeindemitarbeiter attackiert und verletzt haben. Das teilte die Polizei am Freitag mit. Sie sucht nun Zeugen.

Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben kurz vor 18 Uhr am Mittwoch im Bereich der Schule an der Breslauer Straße. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei geriet ein Gemeindeangestellter zunächst auf dem Schulgelände mit einer etwa zehnköpfigen Gruppe Jugendlicher in eine verbale Auseinandersetzung, weil die jungen Leute dort rauchten, auf die Spiel- und Klettergeräte stiegen und lärmten. Kurz darauf sei der Mann in Richtung Hauptstraße gegangen. Zwei Jugendliche, die laut Polizei nicht zu der zehnköpfigen Gruppe Jugendlicher gehören, seien ihm gefolgt und hätten sich vor ihm aufgestellt. Einer der beiden habe dem Gemeindemitarbeiter dann plötzlich von hinten eine Flasche auf den Kopf geschlagen. Dann hätten die beiden den Mann geschlagen und getreten. Ein ihm zu Hilfe eilender Kollege sei mit einem scharfen Gegenstand an der Hand verletzt worden, dann seien die Jugendlichen geflüchtet. Beide Gemeindemitarbeiter hätten im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und hofft auf Zeugenhinweise. Dringend tatverdächtig sind laut Polizei zwei 15 und 16 Jahre alte syrische Jugendliche. Laut Hans-Joachim Meyer, Leiter des Emmendinger Polizeireviers, sind die beiden wegen verschiedener Delikte polizeibekannt. Nach seinen Informationen soll einer der beiden auch an einem Spielgerät auf dem Schulhof gezündelt haben, sagt Meyer am Freitag im Gespräch mit der BZ.

Meyer zeigt sich vom Ausmaß der Gewalt schockiert. "Das Zuschlagen mit einer Flasche – und das von hinten – zeugt von einer großen Aggressivität und einer großen Entschlossenheit. Der Gemeindemitarbeiter konnte sich gar nicht wehren", sagt er. Zusammen mit den zuständigen Behörden und Stellen und mit der Stadt Kenzingen wolle man dagegenhalten, um solche Taten künftig zu verhindern. Meyer spricht von mehr Polizeipräsenz, vor allem an den Orten, an denen sich Jugendliche aufhalten. "Nach solchen Taten von Jugendlichen machen wir auch Hausbesuche bei den Eltern. Das möchten wir intensivieren", sagt der Revierleiter. Im Fall der beiden Tatverdächtigen sei das auch schon geschehen.
Zeugenhinweise zu dem Vorfall nimmt der Polizeiposten Kenzingen unter 07644/92910 entgegen. Insbesondere kommen auch die Jugendlichen aus der etwa zehnköpfigen Gruppe als Zeugen in Frage. Sie hatten mit der späteren Tat offenbar nichts zu tun.