Fußballtraining

Kicken ist im Wiesental wieder erlaubt, doch nur ohne Körperkontakt

Ralph Lacher

Von Ralph Lacher

Fr, 05. Juni 2020 um 15:00 Uhr

Schopfheim

Nach ziemlich genau zwei Monaten ohne Spiele und Training nahm der Großteil der Fußballvereine im Wiesental den Betrieb wieder auf. Unter Corona-Auflagen, die gemeinsames Kicken verbieten.

Viele Vereine im Wiesental lassen ihre Spieler teilweise wieder trainieren und das trotz des hohen Aufwands. So muss jeder Trainer ein von den jeweiligen Kommunen und nach den Auflagen des Landes erarbeitetes Covid-19 Konzept unterschreiben.

Geduscht wird zu Hause

Dann werden bei den Trainings Kleingruppen – vier Spieler und ein Trainer/Betreuer – gebildet, wobei die insgesamt auf einem Fußballplatz mit Normalmaß (100 mal 50 Meter) zulässigen fünf Fünfer-Gruppen intern und zu den anderen Gruppen mindestens 1,5 Meter Abstand halten. Umkleiden und Duschen ist in den jeweiligen Sportheimen nicht erlaubt, Körperkontakt strengstens untersagt, also nur individuelle Übungen vom Dribbeln um Stangen oder Hütchen, Pass- und Torschuss möglich. Selbstverständlich, dass alle Beteiligten – Trainer wie Spieler – dazu gehalten sind, bei eigenen Krankheitssymptomen oder welchen im privaten Umfeld, daheim zu bleiben. Jeder Trainer muss eine Präsenzliste mit Datum und Uhrzeit führen, vor und nach dem Training müssen mindestens 30 Sekunden die Hände gewaschen und das Trainingsmaterial muss nach jeder Einheit gewaschen und desinfiziert werden.

Der FC Schönau hat laut Vorsitzender Jasmin Markanic mit den beiden Herren- und der einen Damen-Mannschaft und nach einem mit der Kommune abgestimmten Konzept wieder mit dem Training begonnen. Dabei sei deutlich geworden, dass alle Aktiven das Wiedersehen und vor allem die Bewegung an der frischen Luft schätzten, sagt Jasmin Markanic. Im Nachwuchsbereich ist in Schönau allerdings noch Pause: Erst nach den Pfingstferien könnte man sich einen Teil-Wiedereinstieg bei den Jugendlichen und Kindern vorstellen, so die FCS-Frau.

Strenge Auflagen und Hygieneverantwortliche

Beim TuS Maulburg ist für die beiden Aktivteams seit voriger Woche wieder Training. Auch hier gibt es strenge Auflagen und vom Vorstand bestimmte Hygieneverantwortliche, betont der Vorsitzende Hansjürgen Scheer. Trainiert wird in Fünfergruppen, so wie eben zulässig und unter Beachtung aller Auflagen in Sachen Kontakt und Abstand, betont Scheer. Im Nachwuchsbereich haben lediglich die Teams der SG mit dem FC Steinen-Höllstein Training; die kleineren wohl erst ab Ende der Pfingstferien Mitte Juni. Man schätzte die Corona-Lage noch immer ernst ein, so dass ab den E-Junioren abwärts durch den natürlichen Bewegungsdrang der Kleinen die Einhaltung der Verhaltens- und insbesondere der Abstandsregelungen nicht garantiert werden könne. Wie in Maulburg verfährt man auch beim FC Zell. Die Aktiven trainieren bereits, die Jugendlichen auch mit Ausnahme ab der E-Jugend. Alle Trainer wurden in Sachen Corona-Auflagen geschult, die Materialien desinfiziert. Zum Training erscheinen die Spieler umgezogen und geduscht wird daheim, sagt Vorsitzender Jürgen Philipp.

Mit Zirkeltraining, Dribbel und Torschuss-Übungen in Kleingruppen zu höchstens fünf Personen ist der FV Fahrnau wieder in den Übungsbetrieb eingestiegen – und das mit allen Teams von der E-Jugend bis zu den Alten Herren, sagt der Vorsitzende Mark Leimgruber. Natürlich werden die einschlägigen Auflagen in Sachen Hygiene, Abstand, Kontaktbeschränkungen eingehalten: "Zwar müssen wir weiterhin aufs Schönste, das gemeinsame Fußballspielen, verzichten. Aber immerhin können wir in gebotenem Abstand beisammensein und uns körperlich fit halten", fasst Leimgruber die Stimmungslage nicht nur bei den Fahrnauer Kickern zusammen.

Ein Verein in der Region verzichtet aktuell (noch) aufs Training: Daniel Schwald vom TuS Kleines Wiesental sagt, dass man in einer Vorstands-Video-Konferenz entschieden habe, vorerst aufs Training unter Corona-Auflagen zu verzichten. Der Aufwand dazu, so die mehrheitliche Meinung im TuS, sei einfach zu hoch.