Offener Brief

Der Streit um Bodendenkmäler im Kleinen Wiesental eskaliert

Nicolai Ernesto Kapitz

Von Nicolai Ernesto Kapitz

Mo, 02. Juli 2018 um 20:00 Uhr

Kleines Wiesental

BZ-Plus Der Historiker Werner Störk schreibt einen Offenen Brief an den Ministerpräsidenten. Sein Vorwurf: Die Öffentlichkeit wird bei der Planung des Windparks am Zeller Blauen bewusst getäuscht.

Der Streit um die Gefährdung von Bodendenkmälern durch den geplanten Windpark am Zeller Blauen eskaliert: Der Heimatforscher Werner Störk setzt sich gegen das Landesamt für Denkmalpflege (LfD) zur Wehr. Das LfD hatte Nachforschungen Störks in Zweifel gezogen, nach denen der Historiker herausgefunden haben will, dass historische Schanzanlagen durch den Bau des Windparks zerstört werden könnten. Nun hat Störk sogar einen Offenen Brief an Ministerpräsident Kretschmann geschrieben. Sein Vorwurf: Die Öffentlichkeit wird bewusst getäuscht. Das LfD indes bleibt bei seiner Darstellung.

Worum geht es?
Werner Störk hat im April, als der Windpark-Investor EWS die sogenannte Planungskulisse für den Windpark mit eingegrenzten Standorten der Windkraftanlagen veröffentlicht hat, folgendes entdeckt: Mindestens eine der Anlagen soll dort gebaut werden, wo sich im Wald historische Schanzanlagen aus der Barockzeit befinden. Konkret ging es Störk dabei um die sogenannte Holderschanze, sie ist ziemlich weitläufig und liegt oberhalb vom Hau-Pass zwischen Böllen und Neuenweg. Die Holderschanze, so Störk, ist in ihrer Art einzigartig. Inmitten der Schanze soll nun nach seinen Berechnungen der Standort der Windenergieanlage (WEA) 1 liegen. Die Schanze würde beim Bau wohl nahezu vollkommen zerstört, fürchtet der Historiker. Nach mehreren Hinweisen – übrigens auch vonseiten des LfD – untersuchte Störk gemeinsam mit Förster Rüdiger Motzke weitere Gebiete am Höhenzug des Zeller Blauen und wurde fündig: Bei Elbenschwand am Tannenkopf entdeckte Störk weitere Bauwerke, darunter Wälle und eine Terrassenanlage. Diese Terrassenstruktur wäre laut Störk beim Bau der WEA 7 gefährdet (siehe Grafik). Überdies seien Grenzsteine gefährdet.

Warum der Ärger mit dem LfD?
Das LfD hatte bereits im Mai, nachdem Störk wegen der Holderschanze zum ersten Mal Alarm geschlagen hatte, die Bedenken beiseite gewischt: "Die geplanten WEA scheinen nicht direkt auf diesen Schanzen errichtet zu werden", hieß es damals in einer Stellungnahme auf Anfrage der BZ. Und auch die weiteren Funde Störks stoßen beim LfD nicht auf Zustimmung: "Nach Prüfung der vorliegenden Planungsunterlagen geht das Landesamt für Denkmalpflege davon aus, dass die Befestigungsanlagen im Kleinen Wiesental davon nicht berührt sein sollen", schreibt das Referat für Denkmalpflege und Bauberufsrecht im zuständigen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in einer Antwort an Werner Störk Ende Juni. Und der Archäologe Andreas Haasis-Berner vom LfD wird in einer Mail an Werner Störk noch konkreter: "Die Hinweise auf mögliche Terrassen am Tannenkopf habe ich mit den Kollegen diskutiert. Für uns sind die ...

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