Klima-Einfluss von Mikroben

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Von BZ-Redaktion

Sa, 29. Juni 2019

Bildung & Wissen

Forscher: Spielen große Rolle.

Aus der Entwicklung der Erdgeschichte sind sie nicht wegzudenken – und auch beim menschengemachten Klimawandel spielen sie eine Rolle: Mikroorganismen. Mehr als 30 Mikrobiologen weltweit fordern, die kleinsten Bewohner der Erde in wissenschaftlichen Studien und technologischen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel nicht zu vergessen, wie die Max-Planck-Gesellschaft mitteilt. Denn diese könnten die Auswirkungen des Klimawandels verstärken, aber auch abschwächen.

Auch Antje Boetius, Gruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie und Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), hat den Appell unterzeichnet.

Mikroorganismen seien unverzichtbar für die Existenz aller höheren Lebewesen, einschließlich uns Menschen. Dennoch kämen sie in den aktuellen Debatten über den menschgemachten Klimawandel kaum vor, heißt es in der Veröffentlichung. "Mikroorganismen, darunter Bakterien und Viren sind wichtig für alle höheren Lebensformen und von entscheidender Bedeutung für die Regulierung des Klimawandels", so Rick Cavicchioli, Professor an der Universität von New South Wales in Sydney, Australien, der den Aufruf gestartet hat. "Dennoch stehen sie selten im Mittelpunkt von Untersuchungen zum Klimawandel und werden von Entscheidungsträgern nicht berücksichtigt." Boetius betont in einem Kommentar, der in der Zeitschrift Nature Reviews Microbiology erschien: "Wir wissen, dass mikrobielle Prozesse die Erderwärmung verstärken können. Nun müssen wir dringend herausfinden, inwieweit Mikroorganismen auch Teil der Lösung unseres Problems sein können, beispielsweise im Bereich der Medizin, der nachhaltigen Energien oder der Sanierung zerstörter Lebensräume."