Kliniken halten an Teststrategie in Lörrach fest

Kathrin Ganter

Von Kathrin Ganter

Do, 08. April 2021

Lörrach

24 Todesfälle nach Ausbrüchen.

. Die Kreiskliniken Lörrach halten an ihrer Teststrategie bei der Neuaufnahmen von Patienten fest. Diese erfolgt nur mittels eines Antigen-Schnelltests, nicht aber mit einem sichereren PCR-Test. Ein Klinikarzt hatte der Badischen Zeitung geschildert, dass es aufgrund dieser Teststrategie in den vergangenen Monaten mehrfach zu Covid-19-Ausbrüchen auf verschiednen Stationen gekommen sei.

Die Kliniken des Landkreises Lörrach, die sich zunächst nicht auf die Anfrage der BZ geäußert hatten, bezogen in einer Pressemitteilung sowie am Mittwoch in einer Pressekonferenz Stellung. Es sei falsch, sich allein auf die Tests zu konzentrieren, sagte der medizinische Geschäftsführer Bernhard Hoch und verwies auf das mehrstufige System, das unter anderen eine gründliche Anamnese und ein Hygienekonzept mit Lüftungskonzept und "Zimmertreue" umfasst. Sobald der geringste Verdacht auf eine Infektion bestehe, werde ein PCR-Test gemacht.

Thomas Hauer vom vom Deutschen Beratungszentrum für Hygiene in Freiburg verteidigte ebenfalls die Lörracher Teststrategie. Die nationale Strategie des Robert-Koch-Instituts empfehle zwar grundsätzlich PCR-Tests, lasse aber einen "gewissen Spielraum", so dass die Teststrategie der Lörracher Kliniken kein Sonderweg sei. Zudem, sagte Hoch, würden spezielle Antigentests verwendet, die im klinikeigenen Labor ausgewertet werden. Diese böten eine höhere Zuverlässigkeit als die handelsüblichen Tests.

Unterdessen räumten die Kliniken ein, dass seit Beginn der zweiten Corona-Welle 24 verstorbene Patienten Ausbruchsgeschehen bei ihnen zuzuordnen seien. Es ist laut dem medizinischen Geschäftsführer Bernhard Hoch aber extrem schwierig herauszufinden, ob die Infektion vor oder während des Klinikaufenthaltes erfolgte. Eine Korrelation zwischen den Todesfällen und der Teststrategie herzustellen, greife zu kurz.