Religionsfreiheit und Kindeswohl

Kölner Beschneidungsurteil wirft prinzipielle Fragen auf

Ludger Lütkehaus

Von Ludger Lütkehaus

Sa, 28. Juli 2012 um 00:36 Uhr

Kultur

Die Debatte um das Beschneidungs-Urteil hält weiter an. Der Freiburger Autor Ludger Lütkehaus argumentiert philosophisch gegen ein Diktat der Geburt und für eine möglichst offen gehaltene Selbstbestimmung der Babys.

Das Landgericht Köln hat ein brisantes Urteil gefällt – nicht nur, weil es im Widerspruch zu einer weltweit mit dem besten Gewissen ausgeübten religiösen und kulturellen Praxis die Zwangsbeschneidung eines vierjährigen muslimischen Jungen als strafbare Körperverletzung eingestuft hat, sondern weil es prinzipielle Fragen zum Verhältnis von Kindeswohl und einem religiös begründeten elterlichen Erziehungsrecht aufwirft.

Die Signalwirkung des Urteils betrifft neben der Beschneidung auch die Ausübung sanfterer Formen der elterlichen Verfügungsgewalt wie die Taufe der unmündigen Kinder. Kinder, so die kühne Position der Richter, haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Und die ist mit allen Formen religiös begründeter Verfügung unvereinbar. Die dauerhafte und irreparable ...

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