Pfarrgemeinderatswahl

KOMMENTAR: Die Zukunft mitgestalten

Martin Wendel

Von Martin Wendel

Di, 07. April 2020

Kreis Emmendingen

Gerade mal zehn Prozent Beteiligung bei der Pfarrgemeinderatswahl – wirkliches Interesse drückt sich anders aus. Doch das wäre wohl zu einfach als Resümee der jüngsten Wahl. Denn sie fand unbestritten unter außergewöhnlichen Bedingungen statt: Online- oder Briefwahl, aber kein Gang ins Wahllokal – den insbesondere ältere Menschen sonst an den Kirchgang angehängt haben. Doch vor allem jüngere Menschen ticken anders. Vielen von ihnen kommen Angebote wie die Online-Wahl sicherlich entgegen. Insofern könnten sich die Verantwortlichen freuen über den hohen Anteil an Online-Wählern. Aber: Laut Erzdiözese waren knapp zwei Drittel der Online-Wähler 50 Jahre oder älter. Dennoch: Das Internet als Wahllokalersatz – der Versuch ist gelungen und war wohl existenziell für die Wahl in Zeiten der Corona-Pandemie. Existenziell fürs Gemeindeleben vor Ort ist aber auch, dass sich Menschen bereit finden, Verantwortung zu übernehmen. Vielerorts war das kein größeres Problem, mancherorts umso mehr. Die Diözesanratsvorsitzende sieht einen Grund für wachsende Distanz zur Kirche in der unsicheren Zukunft. Genau diese gilt es beim Projekt Kirchenentwicklung 2030 mitgestalten. In der Corona-Krise entwickeln sich derzeit vielfältige Hilfsinitiativen, getragen von Solidarität und Mitmenschlichkeit. Vielleicht bleibt von diesem Engagement nach der Krise ja etwas fürs kirchliche Leben vor Ort?