Löffingen/ Offenburg

Kontogebühren verärgern Kunden der fusionierten Volksbank eG

Kathrin Blum

Von Kathrin Blum

Fr, 30. April 2021 um 17:58 Uhr

Wirtschaft

Die Fusion der Volksbank Ortenau und Schwarzwald-Baar-Hegau führt zu einigen Veränderungen für die Kunden. Fünf Euro pro Monat sind nicht das einzige Ärgernis, sondern auch die neuen Kontonummern.

Im November haben die Volksbanken Ortenau und Schwarzwald-Baar-Hegau fusioniert und firmieren seither als größte Volksbank Baden-Württembergs unter dem Namen Volksbank eG – die Gestalterbank. Einige Kunden der früheren Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau sind enttäuscht. Sie beklagen höhere Gebühren.

Kontoführungsgebühren stiegen um fünf Euro pro Monat

Thilo Weber (Name von der Redaktion geändert) aus dem Hochschwarzwald ist einer von ihnen und nicht bereit, nun jeden Monat 8,90 Euro für die Nutzung eines Girokontos zu bezahlen. Vorher kostete es 3,90 Euro. Deshalb wechselt er zu einer Direktbank. "Dort ist das Konto kostenlos, wenn ich mein Gehalt monatlich auf dieses Konto buchen lasse." Zudem bekomme er eine Kreditkarte, mit der er kostenlos Geldautomaten nutzen könne, und eine benutzerfreundliche App fürs Smartphone. Eine persönliche Beratung, wie sie die Volksbank anbietet, habe er die vergangenen zehn Jahre nicht gebraucht. "Und telefonisch bekomme ich die auch bei meiner neuen Bank." Weber bedauert die Entwicklung der Volksbank vor allem wegen der regionalen Mitarbeiter, die letztlich darunter litten, dass Kunden absprängen.

Die fusionierte Volksbank verweist auf BZ-Anfrage darauf, dass die Produkte und Preise im Privat- und Firmenkundengeschäft an jene der ehemaligen Volksbank Ortenau angepasst werden. "Dies macht auch deshalb Sinn, weil wir im Bereich Schwarzwald-Baar-Hegau etwas weniger Kunden haben als in der Ortenau und wir somit die kleinere Kundengruppe umstellen", wird der Co-Vorstandsvorsitzende Markus Dauber in einer Pressemitteilung zitiert.

"Je intensiver der Kunde mit der Volksbank zusammenarbeitet, umso geringer die Preise und umso mehr zusätzliche Angebote bieten wir ihm." Markus Dauber
Treue Kunden bekämen vom kommenden Jahr an einen Bonus in Form von Gutscheinen, die sie bei regionalen Händlern und Gastronomen einlösen könnten. "Je intensiver der Kunde mit der Volksbank zusammenarbeitet, umso geringer die Preise und umso mehr zusätzliche Angebote bieten wir ihm." Dabei gehe es neben Vermögen unter anderem auch um die Bereiche Vorsorge und Immobilien. Dauber äußert Verständnis dafür, dass die fusionsbedingten Änderungen wie neue Kontonummern, neue Karten und neue Preise nicht gerade für Begeisterung sorgten. "Es tut uns leid, dass wir unseren Kunden, aber auch Mitarbeitern in den letzten Monaten einiges zugemutet haben." Viele dieser Themen seien aber bei einem Bankenzusammenschluss in dieser Größenordnung nicht zu vermeiden. Die Bilanz der Volksbank für 2020 zeigt, dass die Zahl der Kunden im Vergleich zum Vorjahr von 238.000 auf 236.000 gesunken, die Zahl der Mitglieder aber um fast 3600 auf gut 115.300 gestiegen ist.