Fußball-Kreisliga A

Kreisligisten landen auf dem Boden der Tatsachen

Mario Schmidt

Von Mario Schmidt

Mo, 09. September 2019 um 18:35 Uhr

Kreisliga Hochrhein

Nicht bei jedem Kreisligisten läuft nach dem Saisonstart alles nach Plan. Der FC Huttingen und der TuS Lörrach-Stetten sind defensiv anfällig, die Spvgg. Brennet-Öflingen muss taktisch reagieren.

"Wir können mit dem Punkt leben", sagte Joachim Boos, doch in seinem Unterton war ein wenig Frust herauszuhören, als er die nach einem Remis häufig genutzte Floskel aussprach. Boos, seit dieser Saison beim TuS Kleines Wiesental im Amt, betonte, dass die Punkteteilung nach dem 0:0 beim FC Huttingen gerecht sei, obgleich seine Elf die besseren Torchancen verzeichnete und einige Male am gut aufgelegten FCH-Torwart Tobias Bruder scheiterte.

Ähnlich sah es Guido Perrone, der mit Fabian Kluge das Trainer-Duo beim FCH bildet: "Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel, das keinen Sieger verdient hatte." Auf seinen Keeper ist der 34-jährige Spielertrainer besonders stolz, Bruder ist nach einem Kreuzbandriss zurückgekehrt "und ist seitdem wieder ein wichtiger Rückhalt für uns".

Fotos auf FuPa Südbaden: FC Huttingen und TuS Kleines Wiesental trennen sich im strömenden Regen unentschieden

Trotz des Comebacks des erfahrenen Schlussmannes läuft es in Huttingen "bislang nicht nach Plan", sagte Perrone. Man habe mit zwei bis drei Punkten mehr gerechnet. "Uns schadet enorm, dass wir in den vergangenen Spielen so viele Gegentore hinnehmen mussten." Zuversichtlich stimmt den ehemaligen Verbandsliga-Torjäger, "dass wir jetzt zum ersten Mal die Null halten konnten und jetzt noch ein paar Spieler zurückkommen. Für uns geht es jetzt erst richtig los".

Im Kleinen Wiesental ist die Lage entspannter. Mit acht Punkten nach vier Partien steht der TuS auf Platz drei, auch wenn das "nach dem Rückzug des FV Lörrach-Brombach III absolut keine Aussagekraft hat", so Boos. Die Tabelle ist dem 44-Jährigen derzeit weniger wichtig, ihm geht es in erster Linie darum, eine sorgenfreie Saison zu spielen, in der es gelingt, die Entwicklung der jungen Mannschaft sowie der zu integrierenden Spieler voranzutreiben. "Ergebnistechnisch läuft es momentan sehr gut, aber es ist überhaupt nicht unser Anspruch, oben mitspielen zu wollen. Wir wollen Schritt für Schritt vorankommen", betont Boos.

TuS-Trainer Müller attestiert seinem Team eine "unterirdische Leistung"

Einen Schritt zurück ging der TuS Lörrach-Stetten laut Trainer Sascha Müller beim 0:0 in Liel-Niedereggenen: "Eine absolut unterirdische Leistung. Zum Glück haben wir einen Punkt geholt", sagte der Coach und verwies auf jene Szene kurz vor Schluss an, als SV-Spielertrainer Tim Großklaus den Pfosten traf. Das Positive aus Stettener Sicht: "Wir wissen, was wir falsch gemacht haben", sagte Müller, dem vor allem die sich häufenden Fehler in der Defensive gegen den Strich gehen. "Letzte Runde hatten wir in der Winterpause sieben Gegentore, die haben wir jetzt schon geschluckt." Fehler könne jeder Spieler mal machen, "aber es kann nicht sein, dass wir in der Defensive zum wiederholten Mal den Ball klären wollen, ihn nicht treffen und dadurch in Bedrängnis geraten". Für Müller ein Resultat fehlender Konzentration: "Wir tun gut daran, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten machen zu wollen. Wir müssen wieder fokussierter werden." Samstag gegen den SV Schopfheim will Müller eine "stabile Defensivarbeit" sehen, dann der Sieg nicht gefährdet: "Wir wollen unser Spiel in der Offensive durchbringen und das Spiel gewinnen – ganz klar."

Aufsteiger SV Stühlingen düpiert Spvgg. Brennet-Öflingen

"Sicherlich überraschend, aber keineswegs unverdient", so fasste Urs Keser die Niederlage seiner Spvgg. Brennet-Öflingen gegen den SV Stühlingen zusammen. Die Brenneter hätten aus Kesers Sicht "drei, vier Situationen klarer ausspielen müssen", um im ersten Durchgang in Führung zu gehen. Nach dem 1:0 der Gastgeber durch einen Freistoß in den Winkel sei aber nicht mehr allzu viel zu holen gewesen, da sich seine Elf gegen einen tiefstehenden Aufsteiger sehr schwer getan habe. Wie bereits zuvor gegen den SC Lauchringen (2:3) kam die Keser-Elf mit einem auf eine stabile Defensive bedachten Gegner nicht zurecht.
"Wir müssen jetzt umstellen." Spvgg.-Coach Urs Keser
"Wir müssen jetzt umstellen. Die kommenden Gegner werden sich daran orientieren", mahnte Keser. "Wir müssen andere Lösungen finden, um in Zukunft wieder mehr Raum vor dem Tor zu haben." Dem Coach sind auch die vielen Gegentore (acht) nicht entgangen: "Wir stehen zu hoch und bieten dem Gegner immer wieder Räume für Konter an. Läuferisch sind wir dann auch nicht so stark, um dem Gegner diesen Platz gewähren zu können." Gegen den SV Albbruck hat Keser aber keine Bedenken, den Schalter umlegen zu können: "Wenn wir jetzt nicht punkten, kann es sein, dass die Musik vorne ohne uns spielt und wir hinterher rennen. Dafür haben wir zu viel Qualität im Kader."

SVS-Coach Fabian Spitz nahm die drei Punkte gegen den Favoriten gerne mit, vor dem Spiel habe "keiner an so ein Ergebnis gedacht". Für den Aufsteiger war es der erste Dreier in der laufenden Runde, nachdem man zuvor zweimal 1:2 verloren hatte. "Mit dem Saisonstart bin ich nicht zufrieden, aber wir spielen gut mit und können bislang mit jedem Gegner mithalten – auch wenn noch Luft nach oben ist", resümierte Spitz.