Interview

Kriegsreporterin Julia Leeb sieht sich auf der Seite der Frauen

scho

Von scho

So, 21. Februar 2021 um 19:36 Uhr

Kultur

BZ-Plus Die Fotografin und freie Journalistin Julia Leeb berichtet in Interview über ihren Einsatz in Krisengebieten. Sie legt ihren Fokus weniger auf Zerstörung als auf Hilfe und Wiederaufbau. Den leisten die Frauen.

Sie reist dorthin, wo sich kaum jemand hinwagt: in den Sudan, nach Nordkorea, nach Libyen, Afghanistan, in den Kongo. Und war als freie Berichterstatterin von Kriegen, Revolutionen und Diktaturen immer wieder selbst in Lebensgefahr. Jetzt hat die Fotografin und Journalistin Julia Leeb unter dem Titel "Menschlichkeit in Zeiten der Angst" Reportagen und Essays über ihre Erfahrungen in Konfliktgebieten veröffentlicht. Gabriele Schoder sprach mit ihr über politischen Journalismus, Mut, Hoffnung und die Rolle der Frau.

BZ: Frau Leeb, wie kommt eine junge Frau aus dem sicheren München dazu, als Kriegsreporterin ihr Leben zu riskieren?
Julia Leeb: Ich bin ganz normal in Bayern aufgewachsen, hatte aber schon als Kind in unserer ländlichen Umgebung die große weite Welt in meinem direkten Umfeld. Nach dem GAU von Tschernobyl gründete meine Mutter einen Verein für weißrussische Kinder – die radioaktive Wolke machte ja nicht an den Grenzen der Ukraine halt. Zehn Jahre lang habe ich die Sommer mit diesen Kindern verbracht. Mit 15 war ich dann in Myanmar. Aung San Suu Kyi, die gerade wieder verhaftet wurde, setzte sich damals gegen soziale Ungerechtigkeit ein. Zu dieser Zeit war sie für viele ein Symbol der Hoffnung auf Veränderung. Nach dem Abitur war ich allein in Südamerika unterwegs – Ecuador, Bolivien, Paraguay, Kolumbien. Dort bin ich endgültig zum politischen Menschen geworden.
BZ: Deshalb haben Sie Internationale Beziehungen und Politik studiert?
Leeb: Genau. In Spanien und Frankreich, und von dort aus bin ich dann ins italienische Auswärtige Amt. Der Irakkrieg war ein großes Thema für mich. Das war schon eine politisch hochbrisante Zeit. Ich war nah ...

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