Kritik an Baulücken

Gerd Leutenecker

Von Gerd Leutenecker

Sa, 18. Januar 2020

Murg

Oberhofer Ortschaftsräte würden es gerne sehen, wenn mehr Grundstücke bebaut würden.

MURG-OBERHOF (gsl). Zwischen den Begriffen Eigenbedarfsentwicklung, Eigenentwicklungspotential und tatsächlicher Entwicklungsfläche treffen weiterhin unterschiedliche Meinungen aufeinander. Der Flächennutzungsplan für Oberhof war jedenfalls ausgiebig Thema im Ortschaftsrat. Eigentlich stehen Oberhof nach den planerischen Vorgaben nur 0,71 Hektar an neuen Wohnbauflächen zu, aber tatsächlich kann Oberhof derzeit mit 1,29 Hektar rechnen. "Es sind die unbebauten Lücken im Ort, die halt mit eingerechnet werden mussten", schilderte Ortsvorsteher Roland Baumgartner sein Unbehagen.

Indirekt kam deutliche Kritik an den Vorgaben des Landes hervor. Zwischen den gewünschten Entwicklungspotentialen müssen heute die tatsächlich ausgewiesenen, aber halt unbebauten Flächen, abgezogen werden. Und das sind in Oberhof einige. Bauamtsleiter Karl-Heinz Peter betonte in seinem Vortrag, "dass Oberhof gut bedient ist". Die deutlich höhere Flächenzahl mit dem möglichen Baugebiet Bettenen sei planerisch realisierbar.

Auf Nachfrage von Ursula Rünzi, warum die bestehenden Baulücken vorab nicht auf ihre Bebaubarkeit geprüft wurden, entzündete sich eine längere Diskussion. Könnten einige Flächen nicht einfach wieder zurückgeführt werden, also mit Entzug der rechtlichen Bebaubarkeit, oder auch über eine Anpassung der Abrundungssatzungen einzelne Flächen wieder in landwirtschaftliche Flächen rückabgewickelt werden? Alle Ortschaftsräte zeigten ihr Unverständnis, warum ausgewiesene Bauplätze nicht bebaut werden. Bauamtsleiter Peter verwies auf den Schutz des Eigentums und empfahl, eher auf die Zukunft zu setzen als an alten Strukturen etwas zu ändern. Letztendlich seien die Erfolgsaussichten für Oberhof, noch mehr potentielle Wohnbauflächen zu erhalten, eher gering. Baumgartner formulierte daraufhin den Beschlussvorschlag, dass "der Ortschaftsrat den Vorschlag auf Fortschreibung des Flächennutzungsplans zustimmend zur Kenntnis nimmt". Wohl wissend, dass die Entwicklung von Oberhof mit neuen Bauflächen besser aussehe, endete ein langjähriges Bemühen um Wachstum und Zuzug.

Aktuell wird der Sitzungssaal samt Ortsverwaltung zum Oberhofer Bürgertreff umgebaut. Bis Ende Mai sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Bis auf weiteres werden die Sitzungen des Ortschaftsrates im Feuerwehrgerätehaus stattfinden.