Die Entdeckung der Echtheit

Katja Bauer

Von Katja Bauer

Fr, 17. Februar 2017

Kultur

Es ist wohl kein Zufall, dass der Dokumentarfilm einen Aufschwung erlebt / Eine Spurensuche auf der Berlinale, wo erstmals ein Preis für dieses Genre vergeben wird.

Eine alte Frau, im beigefarbenen Mantel, das silbrige Haar hastig zusammengesteckt, sie hat nicht mehr viel Zeit. Die Kamera zeigt ihr Gesicht, zeigt ihre Augen, in ihren Zügen die Angst, die Wut, die Mühe, einen Rest an Fassung zu bewahren. "Sie haben unser Land verkauft", ruft sie. Wir sind in Athen. Oder besser gesagt, Sylvain L’Espérance war in Athen. Zwei Jahre lang hat der kanadische Dokumentarfilmer hier zur Krise des Landes recherchiert, und was er fand, während er an den Rändern der griechischen Gesellschaft suchte, das war eine Mischung aus Armut, Verzweiflung, Widerstand und Hoffnungslosigkeit.

Meist im Dämmerlicht streift L’Espérances Kamera durch die Straßen, lässt Menschen zu Wort kommen: protestierende Putzfrauen, einen Arzt, der bis zur Erschöpfung Kranke behandelt, Geflüchtete im Dschungel der Stadt und jene Abgeordnete, die immer wieder ein Wort sagt, als die Vorgaben der Troika in Gesetze gegossen werden: "Oxi." Nein.

Der Wunsch nach einem

Glaubwürdigkeitsbad

"Combat au bout de la nuit", heißt dieser ...

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