Verlegerfamilie Burda

Kunstsammler und Mäzen Frieder Burda gestorben

dpa, kna-epd

Von dpa & kna-epd

Mo, 15. Juli 2019 um 11:42 Uhr

Kultur

Er wurde in Gengenbach geboren, wuchs in Offenburg auf und ist Ehrenbürger von Baden-Baden: Frieder Burda, Gründer eines der bedeutendsten deutschen Kunstmuseen, ist im Alter von 83 Jahren gestorben.

Der Kunstsammler und Mäzen Frieder Burda ist tot. Der Gründer des nach ihm benannten Museums in Baden-Baden starb am Sonntag nach längerer Krankheit im Kreise seiner Familie in der Kurstadt. Dies teilte am Montag eine Sprecherin des Museums mit. Burda wurde 83 Jahre alt. Zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht.

"Mit Frieder Burda verliert die Kunstwelt einen ihrer großen Sammler, der seine Liebe und Begeisterung für die Kunst immer mit besonders vielen Menschen teilen wollte", erklärte das Museum in einer Würdigung. Er sei für seine Mitarbeiter ein Vorbild an Bescheidenheit und Menschlichkeit gewesen. Als Privatmensch habe er es vermocht, Familie und Freunde immer wieder neu zusammenzuführen.

Frieder Burda wurde am 29. April 1936 als Sohn des Verlegerehepaars Franz und Aenne Burda in Gengenbach geboren. Er war der ältere Bruder von Hubert Burda, dessen Medienkonzern Hubert Burda Media unter anderem "Focus", "Bunte" und "XING" unter einem Dach vereint. Mit ihm und seinem weiteren Bruder Franz wuchs Frieder Burda in Offenburg auf.

Zunächst absolvierte er eine Drucker- und Verlagslehre und später eine Ausbildung als Kaufmann im Konzern. Ende der 60er Jahre begann er damit, Kunst zu sammeln. Sein jüngerer Bruder Hubert Burda übernahm den Druck- und Verlagsbereich. Auch Frieder Burda war zunächst im elterlichen Druck- und Verlaghaus in den Bereichen Finanzen, Verwaltung und Beteiligungen tätig. Seine Lebensaufgabe fand der spätere Ehrenbürger Baden-Badens jedoch in der Kunst: Mit Anfang 30 kaufte er 1968 ein auf der documenta in Kassel gesehenes Bild des Malers Lucio Fontana und legte damit den Grundstein für seine Kunstsammlung.

Die Sammlung umfasst heute rund 1.000 Skulpturen, Gemälde und weitere Objekte aus der Klassischen Moderne und Zeitgenössischen Kunst. Darunter sind zahlreiche Meisterwerke von Pablo Picasso, Max Beckmann, Ernst-Ludwig Kirchner, Gerhard Richter, Georg Baselitz und Sigmar Polke. Um diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, gründete der Mäzen das Museum Frieder Burda. Neben seiner privaten Sammlung werden dort auch regelmäßig Sonderausstellungen präsentiert.


Anfang des Jahres sorgte das Museum Frieder Burda, das 2004 eröffnete, beispielweise mit der Präsentation des Bildes "Love is in the bin" ("Liebe ist im Eimer") des Street-Art-Künstlers Banksy für Schlagzeilen. Das ursprüngliche Werk "Girl with balloon" ("Mädchen mit Ballon") hatte im Herbst vergangenen Jahres weltweite Aufmerksamkeit erregt, nachdem es während einer Londoner Auktion durch einen Mechanismus im Rahmen teils geschreddert worden war. Danach war das Werk erstmals im Museum Frieder Burda der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht worden. In vier Wochen kamen etwa 60.000 Besucher.

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