Kunstwerk erinnert an die Einung

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Sa, 02. November 2019

Dachsberg

Einungsmeister übergeben Dachsbergs Bürgermeister Stefan Bücheler die Einungstanne am Wolpadinger Rathäuschen.

DACHSBERG. Am Mittwochnachmittag kamen vier der acht Einungsmeister in Wolpadingen zusammen, um der Gemeinde offiziell die Einungstanne der Hauensteiner Fahne einschließlich zugehöriger Inschrift zu übergeben. Norbert Schäuble, Einungsmeister der Einung Wolpadingen oder "Taxberg", wie sie auch genannt wurde, hatte sich dafür eingesetzt, dass diese Erinnerung an die Geschichte auf der Wand des alten Wolpadinger Rathäuschens angebracht werden konnte.

Diese Abbildung der Einungstanne ist mittlerweile die vierte innerhalb der acht ehemaligen Einungen der Grafschaft Hauenstein. In Görwihl, Rickenbach und Dogern wurden sie ebenfalls an prominenter Stelle bereits angebracht, Murg, Birndorf, Höchenschwand und Hochsal wären die vier Orte, die noch fehlen. Redmann und Sprecher der Einungsmeister Gerhard Neugebauer bedankte sich für den Einsatz seines Einungsmeisterkollegen Norbert Schäuble und der Gemeinde Dachsberg zur Anbringung dieses Gedenkgemäldes in der Hoffnung, damit vielleicht auch das Geschichtsinteresse der Vorbeikommenden zu wecken.

Im Dachsberger Gemeinderat, dem Norbert Schäuble angehört, war der Standort für die Abbildung der Einungstanne noch zur Amtszeit von Bürgermeister Büchelers Vorgänger Helmut Kaiser diskutiert worden, und man hatte sich letztlich für das Wolpadinger Rathäuschen entschieden, weil es einerseits im Zentrum der ehemaligen Wolpadinger Einung liegt, andererseits dort mit dem Albsteig ein viel begangener Wanderweg vorbeiführt.

Unter tatkräftiger Mithilfe von Nachbarn und Freunden hatte der in Wolpadingen ansässige Schäuble die Rathauswand vorbereitet und frisch gestrichen, der Todtmooser Ernst Baumgartner hatte das Gemälde angebracht und Birgit Gramsch aus Dogern die Schrift hinzugefügt. Nun sollen noch die beiden Hinweistafeln, die zuvor schon an der Wand angebracht waren, dort wieder befestigt werden, nachdem auch sie überholt wurden.

Bei der Einweihung des Wandschmucks erinnerte Schäuble auch an die Geschichte des Gebäudes selbst. Das Rathaus wurde im Rahmen eines Infrastrukturprogramms des damaligen Herzogtums Baden zusammen mit der in Blicknähe befindlichen alten Schule in Wolpadingen in den 1890er Jahren gebaut und bis 1971 auch als Rathaus genutzt. Später beherbergte es bis vor etwa fünf Jahren eine Zweigstelle der Sparkasse St. Blasien und steht seither leer. Zum Bild selbst erläuterte Schäuble, die Tanne als Wappenbaum der Hauensteiner setzte sich ab gegen den springenden Hirsch als Symbol für den Zwing und Bann des Klosters St. Blasien. Dabei solle das offene Wurzelwerk der Tanne die Verwurzelung mit der Heimat symbolisieren, der Stamm stehe für Kraft und Stärke, die acht Eichhörnchen für die frei sich bewegenden acht Einungen.

Vier rote und vier schwarze Eichhörnchen symbolisieren dabei die Aufteilung in je vier Einungen "ob und nid", also rechts und links der Alb. Schäuble hat noch das Wolpadinger Wappen dazusetzen lassen, das einerseits die Tanne zeigt, andererseits den roten Leoparden, der auf die Herren von Tüfen verweist, deren Einflussgebiet sich bis nach Neuenzell erstreckte, den Grundstock von Unteribach.

Bürgermeister Stephan Bücheler, der gemeinsam mit einigen Gemeinderäten zur Übergabe gekommen war, bedankte sich bei den Einungsmeistern, den Helfern vor Ort und den beiden Künstlern für ihr Engagement und Norbert Schäuble fügte noch den Hinweis hinzu, dass der Förderverein, der die Anbringung der Wappenbilder finanziert, auf Spenden angewiesen ist. Initiiert wurde er anlässlich der Wiedergründung der Einungen im Zusammenhang der Feierlichkeiten für 1000 Jahre Österreich 1995/96, an das die von 1254 bis 1800 existierende Grafschaft Hauenstein angeschlossen war.