Kurz gemeldet: Dieselben Bilder, andere Schlüsse

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 23. Mai 2020

Bildung & Wissen

Studie zu MRT-Bildern.

Ein weltweites Forschungsprojekt hat aufgezeigt, dass die wissenschaftliche Analyse von komplexen Forschungsdaten im Bereich der Neurowissenschaften zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann, wie die Uni Innsbruck, die die Studie mitinitiiert hat, mitteilt. In der Fachzeitschrift Nature appellierten die Forscher deshalb an die wissenschaftliche Gemeinschaft, Forschungsprozesse möglichst transparent zu gestalten und Forschungsdaten miteinander zu teilen.

70 Forschungsteams aus aller Welt analysierten für die Studie unabhängig voneinander denselben Datensatz, um neun Hypothesen zu prüfen. Die Daten stammten aus einem Experiment in Tel Aviv, bei dem die Hirntätigkeit von 108 Probanden mit Hilfe von Funktioneller Magnetresonanztomographie aufgezeichnet wurde, während sie ökonomische Entscheidungen trafen. Das Verfahren zeigt mit hoher räumlicher Auflösung jene Hirnareale an, die während der Messung aktiv sind.

Die Forschungsteams wurden gebeten, diese Daten mit ihren etablierten Analyseverfahren dahingehend zu untersuchen, ob es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Aktivität bestimmter Hirnareale und den ökonomischen Entscheidungssituationen gibt. Für fünf der Hypothesen wichen die Schlussfolgerungen der Teams erheblich voneinander ab, für vier herrschte tendenziell Übereinstimmung. "Interessanterweise zeigen die den Analysen zugrundeliegenden von den Teams aufbereiteten Datensätze noch eine relativ große Übereinstimmung zwischen allen Teams", erläutert Felix Holzmeister, einer der beteiligten Innsbrucker Ökonomen. Beteiligt waren auch Forscher des California Institute of Technology, der Stanford University, der Stockholm School of Economics und der Universität Tel Aviv.