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dpa

Von dpa

Fr, 11. September 2020

Sonstige Sportarten

Solidarität für Afkari — Frauen-EM wie geplant — Kanuten treten nicht an — Justiz sucht Opfer

RINGEN

Solidarität für Afkari

Im Fall des zum Tode verurteilten Navid Afkari hat der Verein "Athleten Deutschland" zur Solidarisierung mit dem iranischen Ringer aufgerufen. "Als Athleten- und Sportgemeinschaft müssen wir uns schützend vor ihn stellen. Wenn der friedliche Protest eines Athleten mit Folter und Hinrichtung erwidert wird, dürfen wir nicht schweigen", forderte der Geschäftsführer von Athleten Deutschland, Johannes Herber. IOC-Präsident Thomas Bach zeigte sich von dem Fall "überaus besorgt". Man habe zum Olympischen Komitee des Landes und dem nationalen Ringerverband Kontakt aufgenommen. Diese würden ihr "Äußerstes" tun, um eine Lösung im Fall Afkari zu fördern. Afkari hat nach Angaben der iranischen Justiz bei einer Demonstration 2018 in der südiranischen Stadt Schiras einen Sicherheitsbeamten getötet. Sein Geständnis sei durch Folter erzwungen worden, führen Sportler, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen an.

HANDBALL

Frauen-EM wie geplant

Die Handball-EM der Frauen soll vom 3. bis 20. Dezember wie geplant in Dänemark und Norwegen stattfinden. In Norwegen wird jedoch nur noch in Trondheim und nicht wie zunächst geplant auch in Oslo und Stavanger gespielt, teilte die Europäische Handballföderation mit. Zu diesem Entschluss sei Norwegens Verband gekommen, um das Corona-Infektionsrisiko, die Kosten und das Reiseaufkommen der Teams zu minimieren. Die Vorrundenpartien der Deutschen waren zunächst in Trondheim angesetzt.

WASSERSPORT

Kanuten treten nicht an

Nach der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes fahren die deutschen Slalomkanuten nicht zur Europameisterschaft nach Prag. Das teilte der Deutsche Kanu-Verband am Donnerstag mit. Die kontinentalen Titelkämpfe sollten vom 18. bis 20. September in der tschechischen Hauptstadt stattfinden. Der europäische Verband ECA hat die EM noch nicht abgesagt.

EISKUNSTLAUF

Justiz sucht Opfer

Nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen im Eiskunstlauf will Frankreichs Justiz potenzielle Opfer und Verdächtige ausfindig machen. Eine entsprechende Ermittlung wegen Vergewaltigung und sexuellem Übergriff durch eine Person mit Autorität über eine Minderjährige sei am 4. September eingeleitet worden, hieß es am Donnerstag aus Justizkreisen. Eine vom Sportministerium in Auftrag gegebene Untersuchung hatte im August ergeben, dass rund 20 Trainer mutmaßlich in Fälle von sexueller, körperlicher oder verbaler Gewalt in der Eiskunstlaufwelt verwickelt gewesen seien. Dieses Ergebnis wurde damals an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Die Debatte über Missbrauch im Eiskunstlauf hatte Anfang des Jahres unter anderem die ehemalige französischen Eiskunstläuferin Sarah Abitbol angestoßen.