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dpa, afp

Von dpa & afp

Mi, 15. September 2021

Wirtschaft

UN fordert Umverteilung — Weniger Impfstoff — Evergrande in Nöten

AGRARSUBVENTIONEN

UN fordert Umverteilung

811 Millionen Menschen waren 2020 unterernährt – gleichzeitig werden fast 400 Milliarden Euro an Hilfen für die Landwirtschaft jedes Jahr falsch ausgegeben. Mit dieser Analyse fordern die Vereinten Nationen eine radikale Umverteilung der weltweiten Agrarsubventionen. Laut einer am Dienstag vorgestellten Studie sind 87 Prozent der Fördergelder wettbewerbsverzerrend und schaden der Umwelt oder kleinen Unternehmen. 470 Milliarden US-Dollar (fast 400 Mrd. Euro) der jährlich insgesamt 540 Milliarden Dollar (457 Mrd. Euro) müssten anders eingesetzt werden, um nachhaltig und fair zu sein, so der UN-Bericht.

CUREVAC

Weniger Impfstoff

Curevac verkleinert wegen der geringeren Nachfrage nach seinem Corona- Impfstoff das Produktionsnetz, wie das Tübinger Biotechunternehmen am Dienstag mitteilte. Curevacs Covid-19-Impfstoffkandidat der ersten Generation (CVnCoV) wird noch von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) geprüft und hat bisher keine Zulassung. Ende Juni hatte Curevac bekannt gegeben, dass die Wirksamkeit niedriger sei als die anderer Impfstoffe. Inzwischen forschen die Tübinger an einem zweiten Impfstoff. An Curevac ist der Bund indirekt beteiligt.

IMMOBILIENRIESE IN CHINA

Evergrande in Nöten

In China wächst die Angst von Wohnungskäufern, Handwerkern und Kleinanlegern vor einer Pleite des Immobilienriesen Evergrande. Dutzende Menschen versammelten sich am Dienstag vor dem Sitz des Konzerns in Shenzhen und forderten ihr Geld. Zuvor hatte Evergrande vor Zahlungsausfällen gewarnt. Der Konzern, der in gut 280 chinesischen Städten präsent ist und zu den größten Privatunternehmen in der Volksrepublik zählt, hat in Jahren aggressiver Expansion Schulden von umgerechnet mehr als 260 Milliarden Euro angehäuft. Nun fürchten Kunden, dass die im Voraus bezahlten Wohnungen nie gebaut werden. Der Kurs an der Börse von Hongkong fiel seit Jahresbeginn um fast 80 Prozent. Ein Bankrott hätte enorme Auswirkungen – auf die chinesische Volkswirtschaft, aber auch auf die politisch erwünschte soziale Stabilität.