Umfrage von Pro Lörrach

Lage für Lörracher Einzelhändler bleibt kritisch

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 30. Juni 2020 um 05:57 Uhr

Lörrach

Der Einzelhandelsverband von Pro Lörrach hat erneut seine Mitglieder befragt. Die Situation bleibt angespannt. Nur wenige sehen die Mehrwertsteuer-Senkung als ein wichtiges Signal.

Eine zweite, kürzlich durchgeführte Umfrage von Pro Lörrach unter 27 Mitgliedern kommt zu dem Ergebnis, dass die Situation für den Einzelhandel in der Kreisstadt weiterhin kritisch sei. Aus der Umfrage geht auch hervor, dass zahlreiche Einzelhändler die Grenzöffnung als wichtigen Schritt zur Stabilisierung ihrer wirtschaftlichen Situation einschätzen. Allerdings: Gerade mal elf Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass die Grenzöffnung in Bezug auf den Umsatz eine Rückkehr zur Normalität darstelle. Mehr als 30 Prozent erwarten keine oder nur eine verhaltene Umsatzsteigerung.

Nur elf Prozent sehen in der temporären Senkung der Mehrwertsteuer ab 1. Juli ein wichtiges Signal. Zwei Drittel der Befragten befürchten, dass die Änderung kaum etwas bewirken wird, aber mit viel Aufwand verbunden ist. Zahlreiche Händler haben deshalb eigene Aktionen gestartet: Online-Angebote (50 Prozent), Rabatt-Aktionen (41 Prozent), Lieferdienste, Direktmarketing, verstärkte Werbung (je 29 Prozent), Gutscheinaktionen (25 Prozent) oder Zusatz-Services (20 Prozent).

Kritik an Vermietern

Wenige Händler glauben noch, dass sie in der zweiten Jahreshälfte einen ähnlichen Umsatz erzielen können, wie im zweiten Halbjahr 2019. Fast ein Drittel der Umfrageteilnehmer erreichte in diesen drei Monaten des Lockdowns nicht einmal 30 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahreszeitraum, ein weiteres Drittel weniger als die Hälfte. Nur 15 Prozent kam auf mehr als 70 Prozent.

Knapp 40 Prozent der Befragten gaben an, dass Vermieter die Brisanz der Lage nicht erkannt hätten. Nur knapp ein Fünftel der Vermieter habe sich dazu bereit erklärt, einen Teil der Last zu übernehmen. Pro Lörrach fragte auch ab, ob und wie die Kunden die Hygienemaßnahmen annehmen. Fast 80 Prozent der befragten Händler gaben an, dass diese akzeptiert würden. Nur rund sieben Prozent der Händler hatten unverständige Kunden. Dass die Maskenpflicht das Einkaufserlebnis dämpft, empfinden rund 70 Prozent der Händler, und 18 Prozent stellen in Bezug der Hygienemaßnahmen eine sinkende Disziplin fest.