Bevölkerungswachstum

Lahr boomt und könnte bald die 50.000-Einwohner-Grenze knacken

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 08. August 2020 um 12:30 Uhr

Lahr

Lahr hat einen neuen eigenen Bevölkerungsrekord aufgestellt. Demnach hatte die Stadt am 31. Dezember 2019 insgesamt 47 201 Einwohner. In wenigen Jahren könnten es 50 000 sein.

Die Zahlen ergeben sich aus der Statistik des Statistischen Landesamts. Laut Lahrer Standesamt sind es inzwischen sogar 47 800. Damit hat sich die Bevölkerungszahl seit der Volkszählung von 1987 um mehr als 14 000 erhöht. Seit dem Zensus von 2011 sind es 4298, also rund zehn Prozent mehr. Das ist ein stark überdurchschnittlicher Wert, schreibt die Stadt.

"In der gleichen Zeit konnten attraktive Nachbarstädte wie Offenburg und Freiburg nur um 4,9 beziehungsweise 7,9 Prozent zulegen", sagt Stefan Löhr vom Stadtplanungsamt in Lahr. "Berücksichtigt man den über die letzten Jahre nur ganz leichten Geburtenüberschuss wird klar, dass Lahr überwiegend durch Zuwanderung wächst. Seit 2014 sind jährlich mehr als 3000 Menschen nach Lahr gezogen und wir haben deutlich weniger Fortzüge." So sind in den vergangenen 15 Jahren rund 47 000 Menschen in die Stadt gezogen, während sie gleichzeitig nur rund 42 000 Lahr wieder verlassen haben. Als Gründe für das Wachstum zählt die Stadt diverse Aspekte auf: eine Zunahme an Arbeitsplätzen, die Lebensqualität, moderate Mieten und Kaufpreise und ein forcierter Wohnungsbau. Knapp 1800 neue Wohnungen wurden laut Stadt seit 2011 geschaffen, überdurchschnittlich viele davon in Mehrfamilienhäusern in der Kernstadt. "Damit hat sich der Trend zu einer überwiegenden kleinteiligen Wohnbebauung in den Stadtteilen wieder umgekehrt", erklärt Löhr. "Bis in die 1990er Jahre war diese Form der Bebauung zu beobachten. Aus der Suburbanisierung, der sogenannten Stadtflucht, wird nun eine Reurbanisierung, also eine Bevölkerungs- und Beschäftigungszunahme in der Kernstadt. Bemerkenswert ist auch, dass aufgrund einer sich verändernden Nachfrage in den letzten Jahren überproportional viele Ein- und Zweizimmerwohnungen neu gebaut wurden."

Prognosen gehen trotz Corona von weiterem Wachstum aus

Die Folgen von Corona auf die Bevölkerungsentwicklung und Zuwanderung seien momentan noch nicht absehbar, heißt es aus der Stadtverwaltung. Bis dahin gingen sämtliche Prognosen von einem weiterhin anhaltenden starken Wachstum aus. Selbst wenn sich die durchschnittliche jährliche Bevölkerungszunahme von mehr als 400 auf 200 halbieren würde, wird Lahr nach der Landesstatistik in rund 13 Jahren die Grenze von 50 000 Einwohnern überschreiten. Schriebe man den Trend der letzten Jahre fort, wäre dies bereits 2026 der Fall.

In der Stadtverwaltung sieht man sich auf den Trend gut vorbereitet. "Auch für die nächsten Jahre sind zahlreiche Wohnbauvorhaben unterschiedlichster Art vorgesehen oder bereits im Bau", heißt es in der Pressemitteilung. Damit einher gingen notwendige Begleitmaßnahmen, beispielsweise in den Bereichen Mobilität, Bildung oder Betreuung. Der Lahrer "Einwohnerboom" sei nicht nur für Statistik-Freunde interessant, sondern er betreffe das tägliche Leben nahezu aller Bürger.