Land gibt Siemens Schuld

Sebastian Krüger

Von Sebastian Krüger

Sa, 20. Juni 2020

Gundelfingen

Vorübergehend weniger Halte in manchen Gemeinden.

Das Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg gibt dem Siemens-Konzern die Schuld für die vorübergehende Verschlechterung mancher Verbindungen auf der Rheintalstrecke. "Siemens hat die spurtstarken Mireo-Züge nicht zu dem vereinbarten Zeitpunkt beliefert. Das ist inakzeptabel", sagt der Ministerialdirektor des Verkehrsministeriums in Stuttgart, Uwe Lahl, im Gespräch mit der Badischen Zeitung. Daher müssten jetzt ältere langsamere Züge eingesetzt werden. Damit diese nicht den Fern- und Güterverkehr auf der Rheintalbahnstrecke behindern, sei es nötig gewesen, einige Halte zu streichen.

So komme es durch den Fahrplanwechsel vom 14. Juni auf Teilstrecken zu Verschlechterungen. Betroffen ist unter anderem Gundelfingen. "Ab November wird aber auch Gundelfingen von den Verbesserungen profitieren", verspricht Lahl, dessen Ministerium schon im April wusste, dass Siemens die bestellten Züge nicht rechtzeitig liefern kann, dies aber erst Ende Mai publik machte. Zu dem Vorwurf wollte der Konzern sich nicht äußern und ließ über seine Pressestelle lediglich verlauten, dass der Mireo seine Zulassung termingerecht vom Eisenbahn-Bundesamt zur Betriebsaufnahme erhalten habe. Es sei somit möglich, die 24 Mireo-Züge und 15 Doppelstockzüge zum Fahrplanwechsel im Juni auf der Rheintalstrecke sukzessive einfließen zu lassen.