Land investiert Milliarden in neue Doppelstockzüge

Roland Muschel

Von Roland Muschel

Fr, 19. Juni 2020

Südwest

Bis zu 230 neue Fahrzeuge sollen den prognostizierten Anstieg der Nachfrage im Schienen-Personen-Nahverkehr bewältigen helfen.

. Das Land Baden-Württemberg will über die Landesanstalt für Schienenfahrzeuge für 1,57 Milliarden Euro bis zu 130 elektrische Doppelstock-Triebzüge beschaffen. Zudem strebt Verkehrsminister Winfried Hermann eine Option auf den Kauf weiterer 100 Fahrzeuge an. Der Grünen-Politiker geht daher insgesamt von Beschaffungskosten in Höhe von bis zu 2,76 Milliarden Euro aus. Das geht aus einem Kabinettsentwurf des Ministers hervor, der der BZ vorliegt.

Mit der umfangreichsten Fahrzeugbeschaffung in der Landesgeschichte will Hermann die prognostizierte Verdopplung der Nachfrage im Schienen-Personen-Nahverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 bewältigen. Bei gleicher Zuglänge lasse sich mit Doppelstock-Triebzügen eine bis zu 30 Prozent höhere Sitzplatzzahl erreichen, schreibt Hermann.

Die Fahrzeuge sollen von Dezember 2025 an mit der Inbetriebnahme des Schienenknotens S 21 samt unterirdischem Durchgangsbahnhof vorrangig in der Metropolregion Stuttgart sowie im Bereich Oberschwaben/Bodensee zum Einsatz kommen. Als Unsicherheitsfaktor bei der Nachfrageentwicklung gelten allerdings die Auswirkungen der Corona-Krise. Die Branche kämpfe um eine "Rückkehr zur Normalität", teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen mit, der Unternehmen des öffentlichen Personen- und des Schienen-Güterverkehrs vertritt. Die Pandemie-Folgen seien nicht gänzlich abschätzbar.