Baden-Württemberg

Land will gegen Motorradlärm vorgehen

Franz Schmider

Von Franz Schmider

Mo, 22. Februar 2021 um 11:02 Uhr

Südwest

Baden-Württembergs Landesregierung fordert vom Bund endlich ein Konzept gegen den Motorradlärm. Motorräder müssten leiser werden, fordert der Lärmbeauftragte.

Es ist eine Zumutung für Anwohnerinnen, Anwohner und auch für Erholungssuchende, wenn Motorräder mit ohrenbetäubenden 90 dB(A) und mehr vorbeifahren", erklärte der Lärmbeauftragte der Landesregierung, Thomas Marwein (Grüne). Marwein erinnert an die vom Bundesrat am 15. Mai verabschiedeten Forderungen an EU, Bund und Hersteller, gegen unzumutbaren Motorradlärm vorzugehen. "Motorräder müssen leiser werden, ganz gleich, in welcher Art sie gefahren werden."

Vor einem Jahr starteten das Land und Kommunen die "Initiative Motorradlärm", der sich mehr als 150 Kommunen, Landkreise und Verbände angeschlossen haben. Eine der Forderungen der Initiative ist, dass der Bund die Regeln für die Zulassung von Motorrädern verschärft und deren Einhaltung durchsetzt. Parallel hat das Land Lärmmessungen vorgenommen. Marwein weist nun darauf hin, dass sich zum Beispiel an der Landesstraße 150 bei Ibach im Kreis Waldshut gezeigt habe, dass 42 Prozent aller Motorräder lauter waren als 86 Dezibel, bei den Autos lag die Quote gerade bei zwei Prozent. Bei einem Viertel aller Motorräder lag der Pegel gar bei mehr als 90 Dezibel.

Ein Viertel aller Motorräder war deutlich zu laut

Marwein verweist in einer Mitteilung auf eine Studie des Umweltbundesamtes, wonach verschiedene neue Motorräder in der Praxis um 20 dB und mehr lauter waren, als beim Betriebszustand, der für die Typprüfung maßgeblich ist. "Solch ein Lärm ist absolut vermeidbar", beklagt er. "Der Respekt vor den Anwohnern gebietet, dass solche Fahrzeuge gar nicht auf die Straße kommen."