Internationaler Frauentag

Leben in der Pandemie: Sechs Frauen erzählen, womit sie gerade kämpfen

Ulrike Derndinger, Bärbel Nückles, Manuela Müller, Annemarie Rösch, Julia Littmann, Martina Philipp

Von Ulrike Derndinger, Bärbel Nückles, Manuela Müller, Annemarie Rösch, Julia Littmann & Martina Philipp

Mo, 08. März 2021 um 09:53 Uhr

Südwest

BZ-Plus Homeschooling und Care-Arbeit: Viel Arbeit bleibt in der Corona-Krise an Frauen hängen. Zum Internationalen Frauentag erzählen sechs Frauen aus der Region, wie sie das Beste aus der Situation machen.

Anja Strub, 46
Es war der 21. Februar, als Anja Strub aus Kippenheim mit ihrer Familie in den Skiurlaub in die Dolomiten fuhr. Ihr Mann, die zwei Söhne, sie selbst sowie eine mitgereiste Familie infizierten sich mit dem Coronavirus. Danach war nichts mehr wie vorher. Covid-19-Symptome, Quarantäne und Schuldgefühle bestimmten das Leben der Strubs.
Zunächst fühlten sie sich nach ihrer Rückkehr vom Gesundheitsamt abgewiegelt. "Wir wurden als hypochondrisch hingestellt", sagt Anja Strub, kaufmännische Leiterin im medizintechnischen Familienunternehmen. Erst nach und nach wurden alle sieben Personen getestet – positiv.
"Was mich aber enttäuscht, ist, wie wenig die Politik aus dem ersten Lockdown gelernt hat." Anja Strub Daraufhin wurden erstmals Schulen in der Region geschlossen. Betroffen waren die zwei Gymnasien der mitgereisten Kinder in Ettenheim und Lahr. Anja Strub spricht schnell, fast getrieben: "Man hat sich schuldig gefühlt." Andere Eltern machten ihr Vorwürfe. Tenor: "Muss man jetzt nach Italien fahren und das Virus einschleppen?" Anja Strub befürchtete einen Shitstorm gegenüber ihren Söhnen. Es blieb ihnen erspart, auch weil Strub als Elternbeiratsvorsitzende intervenierte und der Schulleiter jede Klasse persönlich informierte.
Vom ersten Tag an sei sie mit der Diagnose offen umgegangen. Wofür sollte sie sich schämen? Weder habe sie dem Après-Ski gefrönt noch wären sie verreist, wenn die Gefahr klar gewesen wäre. Ganze drei Monate war sie außer Gefecht. Nach acht Wochen kehrten Geruchs- und Geschmackssinn wieder. Als Spätfolgen spürt sie beim Sport ab und zu ein Ziepen auf der Lunge. Dennoch "Mir geht’s gut." Sie sei demütiger geworden und dankbarer, auch für Menschen, die zur Familie hielten. Sie hat viele Vorschläge, was man hätte besser machen können: Eine Arbeitsgruppe gründen mit dem Bevölkerungsquerschnitt und vor allem jungen Leuten, die praktische und pragmatische Anleitungen ...

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