Leserbriefe

Heiko Herrmann

Von Heiko Herrmann (Lahr)

Do, 31. Oktober 2019

Lahr

LANGENHARD
Viele Fragen sind offen geblieben
Zur Berichterstattung über den Infoabend zur Rinderbeweidung auf dem Langenhard ("Emotionen dominieren die Debatte"/BZ vom 25. Oktober) schreibt ein BZ-Leser.
Beim Besuch der Informationsveranstaltung wollte ich mich nochmals zu den Geschehnissen auf dem Langenhard aus erster Hand informieren. Der Berichterstattung konnte man schon entnehmen, dass alsbald eine hitzige Diskussion entbrannte. Hierbei wurde vor allem die Vorgehensweise des Naturschutzbundes kritisiert und der Verdacht auf Vetternwirtschaft geäußert.

Es gelang aus meiner Sicht nicht, die erwähnten Bedenken zu zerstreuen. Das teilweise arrogante und überhebliche Auftreten einiger Akteure des Veranstalters vom Naturschutzbund war eine Frechheit gegenüber den Besuchern, nach dem Motto: "Was wollt ihr denn, ihr habt doch keine Ahnung". Nicht jeder ist gewohnt, vor solch einer Kulisse zu sprechen und die richtigen Worte zu finden. Dass einige der Veranstalter aber mit ihren Nachbarn tuschelten und lachten, zeugt von keinem guten Stil.

Viele Fragen blieben offen: Kosten für den Zaun in Höhe von 90 000 Euro? Wer hat die Rinder bezahlt? Was ist der Deal zwischen Landwirt und Naturschutzbund? Wie ist man mit dem Schäfer umgegangen?

Die anwesenden Vertreter der lokalen Politik wollten sich als Naturschützer präsentieren. Es sind aber die Gleichen, die bei neu versiegelten Flächen freudestrahlend Schleifchen bei der Einweihung durchschneiden. Es sind die Gleichen, die beim Altenberg zusehen, wie die Landschaft ruiniert und das Verkehrschaos vergrößert wird. Es sind die Gleichen, die es nicht schaffen, den durch ein Kleinflugzeug nervenden Lärm Einhalt zu gebieten. Es sind die Gleichen, die unsere Steuergelder – wie bei der LGS – "versickern lassen".

Übrigens: Inzwischen bin ich aus dem Naturschutzbund ausgetreten.

Heiko Herrmann, Lahr