Leserbriefe

Martin Vogt

Von Martin Vogt (Lahr)

Di, 15. September 2020

Lahr

FRIEDRICH-EBERT-PLATZ
Bouleplatz ließe sich wiederherstellen
Zum Leserbrief von Bettina Steuert, die die Umsetzung ihres Stadtgulden-Vorschlags für den Friedrich-Ebert-Platz kritisiert (BZ vom 12. September), meldet sich ein Leser.
Ich stimme Frau Steuert vollumfänglich zu. Schön ist der Platz nicht, wenigstens nicht mehr so wie früher. Ohne großen Aufwand ließe sich der ursprüngliche Bouleplatz wiederherstellen und damit mehr Leben in diesen Teil der Stadt holen.Martin Vogt, Lahr

LAHRER KULTURAMTSLEITER
Berger wird in die rechte Ecke geschoben
Zum Urteilsplatz von BZ-Redakteur Christian Kramberg ("Die Wortwahl ist fehl am Platz", BZ vom 11. September), der Gottfried Bergers Editorial im neuen Spielzeitmagazin kritisiert, äußert sich ein Leser.
Ich möchte Herrn Christian Kramberg heftig widersprechen: Was Herr Berger beschrieben hat – jedenfalls in den Zitaten in diesem Artikel – macht Herr Kramberg genau mit seiner Stellungnahme. Er schreibt "... mit seiner von AfD-Diktion geprägten Aussage... " und schiebt den Kulturamtsleiter in die rechte Ecke. Das unterstreicht er auch noch, indem er plötzlich alle Gegner der Corona-Maßnahmen eben in diese Ecke schiebt.

Ja, ich kann ein Lied davon singen: Wer da anderer Meinung ist, wer mit einigen Coronaregeln unzufrieden ist, dem werden sofort die Mäntelchen "rechts" und "AfD" umgehängt – wie hier geschehen. Genau das ist Mainstream. Ich würde in diesem Zusammenhang mal gern die Meinung all derer hören, wie zum Beispiel der Wirte, die am Existenzminimum lavieren oder gar aufgeben müssen, derer, die auf Kongresse und Messen angewiesen sind – Aussteller oder Dienstleister –, die immer noch nicht arbeiten dürfen, die in naher Zukunft keine Perspektive haben. Oder die der selbstständigen Künstler, die zwar Geld bekommen können, das aber nur für Betriebsausgaben verwenden dürfen, zum Beispiel für Postsendungen und Reklame. Dabei ist das unsinnig, weil sie gar nicht auftreten dürfen.

Oder die Meinung der Betriebe, deren Geschäft seit einem halben Jahr brachliegt, die zwar eine bestimmte finanzielle einmalige Hilfe bekommen können, die aber keine Aussicht haben, in den nächsten sechs Monaten wieder arbeiten zu dürfen. Und schließlich all derer, die durch den Corona-Lockdown arbeitslos geworden sind oder noch werden.

Sind die nach Herrn Kramberg jetzt gleich Anhänger der AfD? Oder sollen die als Lockdown-Opfer leise im Kämmerlein vor sich hin weinen? Sollen die nicht auf die Straße gehen dürfen und demonstrieren? Wenn Gottfried Berger zum Ende seiner Amtszeit auf solche Ungerechtigkeiten hinweisen will, dann, ja eben dann schiebt man ihn in die rechte Ecke.
Bernhard Rawer, Ettenheim