Leserbriefe

Stephan Schmid (Lörrach )

Von Stephan Schmid (Lörrach )

Mi, 01. Juli 2020

Leserbriefe Lörrach

NEULICH IM RESTAURANT
Lieber Bohnensuppe
Zum Marktgeflüster "Wenn es laut wird am Tisch" von Robert Bergmann, BZ vom 25. Juni.
Ja, wir sind wohl alle etwas frustriert. Meine Frau und ich waren kürzlich in einem Lörracher Restaurant essen und mussten uns zwei geschlagene Stunden mit dem Gekläffe eines kleinen Hundes anfreunden. Der Hundebesitzerin war es egal, sie verlangte sogar noch ein Wasserschälchen für den kleinen Störenfried. Fazit: nach zwei Stunden nervlich am Ende, 40 Euro los und ein Gang zur Apotheke für Aspirin. Konsequenz: lieber daheim Bohnensuppe, aber ruhige Atmosphäre.

Stephan Schmid, Lörrach



PARKSCHWIMMBAD
Mut statt Sparfuchs
Zum Artikel "Wasserratten müssen sich gedulden" von Nina Witwicki, BZ vom 18. Juni.

Das Parkschwimmbad ist ein Freizeitangebot für alle. Es befindet sich in öffentlicher Hand und wird kräftig subventioniert. Nun hat der Betriebsleiter der Stadtwerke Lörrach, Herr Droll, beschlossen, das Bad zu öffnen. Die Schwimmvereine können noch nicht trainieren, vielleicht mal am Abend. Da wird noch verhandelt. Vereinsarbeit ist Jugendarbeit, ist Bürgerarbeit, ist Auftrag einer Kommune. Zwischen 20 und 21 Uhr sollen Acht- bis Elfjährige ins Training. Sportabiturienten haben schon Trainingszeiten, tagsüber, trotz Schließung. Diejenigen, die nicht online buchen können, haben Pech gehabt. Diejenigen, die sich den Eintritt ohne Ermäßigung nicht leisten können, haben Pech gehabt. Die Jugendlichen, die den Sommer im Freibad verbracht haben, weil sie nicht in die Ferien fahren – aus finanziellen oder familiären Gründen –, haben Pech gehabt. Die können ja an die Rossschwemme, um dort von der Polizei aufgegriffen und sanktioniert zu werden. Diejenigen, die mit Kleinkind den Sommer im Bad verbringen, haben Pech gehabt. Ich weiß, es ist Corona. Aber mit diesem Konzept, das wieder nur diejenigen ausgrenzt und marginalisiert, die es immer trifft, das auf Sparen angelegt ist, wo es nicht ums Sparen geht, sondern darum, Chancen zu ermöglichen und Angebote zu bieten, eine kommunale Aufgabe, ist Unzufriedenheit und Frust vorhersehbar. Um es zu verdeutlichen: Diejenigen, die es sich leisten können, über die notwendigen Kompetenzen und die Infrastruktur verfügen, werden ins Bad kommen – das werden nicht viele sein. Und dann wird behauptet werden, dass es den Bedarf gar nicht gäbe. Ich wünsche mir mehr Mut, weniger Sparfuchs und das Gespür dafür, dass kommunales Entscheiden nicht nur Verwaltung, sondern auch soziales Denken beinhaltet. Michael Granzow, Lörrach

BAHNÜBERGÄNGE IN LÖRRACH
Wo liegt das Problem?
Zum Artikel "Miteinander arbeiten" von Jonas Hirt, BZ vom 29. Juni.

Sehr geehrter Herr Quercher, selbstverständlich ist die Situation an den Bahnübergängen unbefriedigend. Das ist halt mal so. Die Stadt Lörrach ist nicht gerade so groß, dass man sich verlaufen könnte, damit meine ich, wenn Einwohner nicht gerade einen Großeinkauf machen müssen, können sie doch zu Fuß gehen. Wenn ich mal nach Lörrach fahren muss, stelle ich mitunter mein Auto in Stetten oder Tumringen ab und laufe in die Stadt. Ich mit kaputtem Knie brauche dafür höchstens 20 Minuten. Ich bin in Lörrach geboren und wohne jetzt in Efringen-Kirchen und wäre froh, so einen dichten Nahverkehr zu haben. Es fahren von Stetten nach Steinen alle 15 Minuten ein Zug und vom Hauptbahnhof Lörrach bis Grenze auch noch alle 15 Minuten ein Bus. Und Richtung Salzert fährt auch alle 15 Minuten ein Bus ebenso zum Tüllinger! Kauft euch eine Monatskarte für die Stadt und fahrt damit, dann nimmt der Verkehr ab und das Problem löst sich von selbst. Und später mit dem 15-Minutentakt der S 6 ist das ein Traum und in der Stadt um Welten leiser. Nicht meckern, sondern das Verhalten ändern, denn ich wäre froh, wenn ich so locker nach Lörrach kommen würde. Bei uns fährt nur alle Stunde ein Zug und davon kommt die Hälfte zu spät, dann muss man in Weil 20 Minuten warten auf die S 5. In dieser Zeit seid ihr Lörracher dreimal die Stadt auf- und abgefahren. Also, wo liegt das Problem?
Siegfried Weise, Efringen-Kirchen

Tieferlegung hilft
Ich verstehe bis heute nicht , warum man sich in Lörrach einer Tieferlegung der Bahn von Stetten bis zum Hauptbahnhof verschlossen hat. Das würde die Lebensqualität erheblich steigern und den gesamten Verkehr flüssiger gestalten lassen.
Es ist zwar ein wenig polemisch, aber dem Einzelhandel in Lörrach sind offensichtlich die grünen Scheine wichtiger. Dabei führt dieser Einkaufstourismus zu Wohlstand und erheblichen Verkehrsproblemen. Hubert Steiert, Inzlingen



HOCHHAUSPLANUNG ENGELPLATZ
Weitsichtiges Handeln
Zum Artikel "Turm für den östlichen Stadteingang" von Peter Gerigk, BZ vom 27. Juni
Diesen überarbeiteten Plan am Engelplatz – ein dominantes 14-geschossiges Hochhaus – in die städtebauliche Rahmenplanung einzufügen, zeigt sich als qualifiziertes gesamtplanerisches Zukunftsdenken. Es fügt sich in ein bestehendes Ensemble der bereits harmonischen Hochhäuser in der Stadt ein und gibt dem Stadtteil östlich der Bahnlinie eine wichtige und bedeutende Aufwertung. Nebenbei zeichnet sich diese Planung als eine vernünftige Weitsicht für zukünftiges Handeln aus, welche ein gehobenes Lörracher Gesamtniveau stabilisiert und andere freiwerdende Wohneinheiten für wohnungssuchende Menschen mit einem kleineren Portemonnaie Raum freigibt. Da Lörrach sich im Kreis immer mehr zur Dienstleistungsstadt entwickelt, ist es meines Erachtens auch ein großer Beitrag für das Lörracher Tor aus dem Westen – und ein optischer Mehrwert für die Innenstadt. Gleichzeitig ist es ein bedeutender Schritt für den Wohnungsmarkt und öffnet sich schwerpunktmäßig als Mehrwert für zukunftsorientierte Nutzungsergebnisse weiterer Planungen – auch für Investoren, die Lörrach als bedeutende Kreisstadt an der Grenze zu Basel anvisieren. Lediglich sollten etwas mehr öffentliche/kostenfreie Parkplätze für die Menschen geplant werden, welche aus der West-Peripherie kommen und aus Mangel an Möglichkeiten mit dem eigenen Auto kommen müssen.

Karl-Heinz Breuer, Lörrach