Leserbriefe

Hans Eisenbeis

Von Hans Eisenbeis (Laufenburg)

Do, 19. Mai 2022

Leserbriefe Waldshut

NACHRUF OSKAR MATT
Lohn, der gerade zum Überleben reichte
Zum Nachruf auf den Hotzenwälder Webermeister Oskar Matt.
Dieser Nachruf ist gut gelungen. Bis auf die Passage "Von der Seidenbandweberei Säckingen hatten die Matts die Webstühle und das Material zur Verfügung gestellt bekommen." Das stimmt so nicht ganz. Die Seidenbandweberei lieferte nicht aus sozialem Engagement Webstühle auf den Hotzenwald, sondern die Matts waren schlicht Angestellte der Seiba, die Seiba lieferte Rohmaterial und vermarktete das Endprodukt. Letztendlich profitierten von dieser Symbiose alle Parteien, es gelangte ein gewisser Wohlstand in die abgelegenen Bauernhöfe des Waldes.

Den weitaus größeren Profit machte jedoch die Seidenbandweberei, die den Heimarbeitern die Arbeitsbedingungen und die zu produzierende Menge diktierte. Und einen Lohn zahlte, der für die Arbeiter gerade zum Überleben reichte, während sich die Konzernchefs Villen bauten. Hans Eisenbeis, Laufenburg