Leserbriefe

Jutta Kammertöns (Bad Krozingen )

Von Jutta Kammertöns (Bad Krozingen )

Mi, 05. Mai 2021

Bad Krozingen

BERNHARDUSBRÜCKE

Eine überholte Form der Verkehrsplanung
Zu der Entscheidung des Bad Krozinger Gemeinderats, auf der neuen Bernhardusbrücke im Zentrum der Innenstadt auch in Zukunft dem Autoverkehr den Vorrang einzuräumen und dafür eine Tempo-20-Zone einzurichten, (BZ vom 28. April) schreibt eine Leserin:

Die Bernhardusbrücke ist fertig! Eigentlich sollte die Wiedereröffnung im neuen Gewand eine Freude für die Bad Krozinger sein. Leider will sich bei mir keine Begeisterung einstellen. Die Hoffnung auf eine Erweiterung der Fußgängerzone wurde arg zerstört. Stattdessen: Freigabe für den Verkehr! Ein Durchgang für den Müllwagen und für den Lieferverkehr: o.k. Aber als Verbindung von Stadtteilen über die Brücke, dafür sehe ich keine Notwendigkeit. Es hat die Bauzeit über auch gut geklappt. Glaubt man einer Gemeindevertreterin, sei es ökologisch, wenn ein Pkw den Weg über die neue Brücke fährt statt eines Umweges von etwa 500 Meter.
Auf der Brücke soll auch ein Café entstehen. Schöne Aussicht, der Kaffee-Genuss mit Autoabgasen! Der Bau der Häuserklötze vor der schönen, alten Kirche und der Überbau des kleinen Parks waren der Beginn einer beispiellosen falschen Stadtplanung. Die Beseitigung des Spazierweges am Neumagen, dem Badweg, der einer Tiefgaragenzufahrt zum Opfer fiel, ist eine Fortsetzung der Idee, das Auto hat Vorrang. Nun aber noch das dritte Projekt, das uns Bürgern deutlich macht, welche Verkehrsteilnehmer zuerst berücksichtigt werden: die Autofahrer! Die Gemeindevertretung verfolgt meiner Meinung nach eine überholte Form der Verkehrsplanung. Autos in der Innenstadt sind eine schlechte Lösung. Zum Glück gibt es zwei Nachbarstädtchen in denen der Aufenthalt wesentlich angenehmer ist: Staufen und Breisach.

Jutta Kammertöns, Bad Krozingen