Leserbriefe

Alfred Völkle (Meßstetten)

Von Alfred Völkle (Meßstetten)

Sa, 29. Februar 2020

Bad Säckingen

OBERSÄCKINGEN
Der Geist Obersäckingens lebt weiter
Zum BZ-Artikel "Das Dorf ist älter als die Stadt" vom 28. Februar über die Geschichte von Obersäckingen:
Vielen Dank für den schönen Artikel zur Geschichte Obersäckingens. Insbesondere hat mir das Bild sehr gut gefallen. Es handelt sich um das Elternhaus meines Großvaters Otto Döbele, genannt Schnider Otti, später an derselben Stelle wohnhaft mit seiner Frau Theresia, geborene Hausin (Seppelfriedlis Theres).

Die Wagenräder des abgebildeten Güllewagens habe ich noch heute in meiner Garage gelagert und den Spruch von den dreierlei Menschen kenne ich schon von der Hotzenwälder Verwandtschaft meines Vaters aus den 1950er Jahren. Möglicherweise sind die Wunden der Eingemeindung verheilt. Da sich gewisse Traditionen bei den Ausgewanderten jedoch bekanntlich manchmal sogar länger halten als zu Hause, kann ich versichern, dass der Geist Obersäckingens weiterlebt und obwohl Obersäckingen nicht zur Einung Hauenstein gehörte, hat dieser Geist trotzdem irgendwie salpeterische Züge. Aus dem Dorfbrunnen haben wir bis zu seiner Stilllegung Kaffee- und Teewasser geholt, weil es besser schmeckte als das Leitungswasser.

Kleines Geheimnis am Rande: Will man einen Obersäckinger beleidigen, sage man ihm, er wohne in "Säckingen-Ost". Alfred Völkle, Meßstetten

MAHNWACHE
Die große Mehrheit ist zu leise
Zum BZ-Artikel "Stilles Gedenken an die Opfer von Hanau" vom 24. Februar:

Es hätten auch einige mehr sein können bei der Mahnwache auf dem Münsterplatz, so war es in der Zeitung zu lesen. Aufstehen gegen Rassismus, rassischster Gewalt und Fremdenhass. Warum so bescheiden und schweigsam zu den Ereignissen der letzten Tage und Wochen? Die große Mehrheit ist zu leise, wir müssen mehr Haltung zeigen. Zivilcourage heißt auch Mut haben zur Courage. Rassismus zeigt sich in Denkmustern, im Verhalten und in Äußerungen, die einen Menschen als nicht gleichwertig betrachten.

Das Gebot der Stunde heißt jetzt nicht wegducken und diskret zur Seite blicken. Dort wo man kann, sollte man sich engagieren. Es gibt viele kleine Alltäglichkeiten, die etwas verändern können. Es muss nichts großes oder spektakuläres sein. So gilt aktuell und künftig: Leute, werdet bitte endlich wach.

Hans-Peter Karrer, Bad Säckingen