Leserbriefe

Dieter Arnold

Von Dieter Arnold (Teningen)

Mo, 14. September 2020

Leserbriefe Emmendingen

TENNENBACH
Das Land war nie Besitzer
Zum Leserbrief von Günter Stein zum Streit um die Nutzung der Kapelle durch die Humanistische Union (BZ vom 9. September):
Wie kann man nur die geschichtlichen Tatsachen so verdrehen, wie es Herr Stein in seiner Zuschrift tut. Er schreibt: Im Jahr 1806 "gab die Kirche die Tennenbacher Kapelle an das badische Land zurück. Seitdem blecht der Steuerzahler ... für den Erhalt dieses kulturellen Kleinods."

Das ist genau die Sprachregelung der kommunistischen Regime in der ehemaligen DDR oder in der Tschechoslowakei: Der Staat hat das Privatvermögen von Bauern oder Fabrikanten enteignet, gestohlen, und dem Land, der Gesellschaft so angeblich "zurückgegeben".

Tatsache ist, dass die Tennenbacher Kapelle vor 1806 nie dem Land gehörte und die Kirche sie also nicht zurückgeben konnte. Sondern: "Im Rahmen der Säkularisation von 1806 hob das Großherzogtum Baden das lukrative Kloster auf. Die übernommenen Werte beliefen sich auf 550 000 Gulden." So beschrieben in Wikipedia. Übrigens: Säkularisation bezeichnet die staatliche Einziehung kirchlicher Besitztümer.Dieter Arnold, Teningen