Leserbriefe

Waltraud Herzog (Schallstadt )

Von Waltraud Herzog (Schallstadt )

Di, 23. Februar 2021

Staufen

NEUE MITTE BAD KROZINGEN

Über den Neubauwahn in der Ortsmitte entsetzt
Zur Entwicklung von Bad Krozingens Stadtmitte und einem dazugehörigen Leserbrief von Peter Krusche (BZ vom 17. Februar) haben uns weitere Reaktionen erreicht.

Ich nehme Bezug auf den Leserbrief von Herrn Krusche in der BZ vom 17. Februar. Auch ich bin entsetzt über den Neubauwahn in der Ortsmitte von Bad Krozingen. Wer denkt sich denn solche Betonklötze zur "Ortsverschönerung" aus. Keine Grünfläche, kein freier Platz. Und das soll zur Belebung der Ortsmitte beitragen? Da kann man sich nur mit Schaudern abwenden und woanders bummeln und einkaufen. Waltraud Herzog, Schallstadt

Jede freie Fläche wird zubetoniert
Ich habe Bad Krozingen erstmals 1983 als Kurgast kennengelernt und war, einmal abgesehen vom Hochhaus am Bahnhof, recht angetan. In der Zeit bis zum Jahr 2000 (Wohnsitzverlegung nach Bad Krozingen) hatte sich zwar einiges verändert, das meiste aber zum Positiven. Es war immer noch ein kleines, aber liebenswertes Städtchen; zwar ohne große Attraktionen (wenn man von der Badeanstalt einmal absieht), aber mit einem gewissen Flair. Was allerdings in den letzten acht Jahren aus diesem Städtchen wurde und weiter gemacht wird, lässt sehr vielen Bewohnern und auch Besuchern "das Blut in den Adern gefrieren"! Eigentlich jede freie Fläche wird zubetoniert oder anderweitig verdichtet.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass gewisse Kreise vermutlich nicht eher Ruhe geben werden, bevor nicht außerhalb des Kurparks jeder Baum und jede Grünfläche plattgemacht wurden. Unsere Lokalpolitiker schmücken sich gern mit Klimaaktivisten oder entsprechenden Organisationen (Fridays oder Parents for Future), vergessen aber das direkte Umfeld. Was nützt es der Umwelt, dass demnächst auf privatem Grund mit Unterstützung der Stadtverwaltung Apfelbäumchen gepflanzt werden, wenn gleichzeitig durch exzessives Bauen verhindert wird, dass überhaupt noch Luft in die Stadt kommt?! Durch vorschnelle Rodungen für ein Hotel, das vermutlich nie kommen wird und das auch niemand braucht, wurde wertvoller Baumbestand vernichtet; dafür dürfen Einwohner und Besucher am Eingang des Kurparks wohl für lange Zeit eine "wunderschöne Brache" genießen.

Die Bürger sollten daher nicht vergessen, dass sie, auch und gerade in diesem Jahr, aufgerufen sind, sich entsprechend zu artikulieren. Quo vadis, Bad Krozingen! Jörg-R. Prang, Bad Krozingen