Leserbriefe

Peter Haunhorst (Freiburg )

Von Peter Haunhorst (Freiburg )

Fr, 06. März 2020

St. Märgen

LERNDORF
Dem Unsinn am Anfang schon ein Ende bereiten
Zu den Plänen der Timeout-Jugendhilfe am Thurner (BZ vom 18. Februar):

Mit Entsetzen habe von den Plänen gelesen, auf dem Thurner an der B 500 ein zehn Hektar (!) großes Lerndorf zu errichten. Als passionierter Langläufer laufe ich seit Jahrzehnten auf der Thurnerspur und war früher regelmäßiger Gast des Thurner Wirtshauses. Im Sommer entfliehe ich häufiger auf den Thurner und wandere dort. Daher weiß ich, dass es sich beim Thurner einschließlich der besagten zehn Hektar um ein besonders schützenswertes Naturschutzgebiet handelt.

Umso erstaunter bin ich, dass die BZ weder darauf verzichtet, ein kritisches Licht auf die Pläne zu werfen. In der Vergangenheit hatte die BZ auch immer (und das zurecht) dem Natur- und Umweltaspekt entsprechend Beachtung geschenkt. Warum also hier nicht? Das finde ich sehr schade, auch weil ich den Verdacht habe, dass die dortigen Betreiber im Hintergrund versuchen, mit dem Landratsamt und Regierungspräsidium Hinterzimmerdeals abzuschließen.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich finde die Arbeit dieser Einrichtung bewundernswert. Es ist schön, dass es Leute gibt, die sich sozial einsetzen wie die dortigen Betreiber. Aber ich finde es fast schon skandalös, ein zehn Hektar großes Baugebiet in einem Naturschutzgebiet hierfür errichten zu wollen. Warum nicht in städtischen Randgebieten wie im Dreisamtal? Dort ist übrigens auch die Anbindung viel besser. Was sollen denn ältere Menschen auf 1000 Meter Höhe im Winter treiben, wo der Bus alle zwei Stunden fährt? Und eben ist dort oben auch nichts. Aus diesem Grund bitte ich das Regierungspräsidium und das Landratsamt, diesem Unsinn ein Ende zu bereiten, bevor eine solche Verschandelung der Landschaft überhaupt beginnen kann.

Peter Haunhorst, Freiburg


WALDWIRTSCHAFT
Wertvoller Lebensraum wird zerstört
Zum Artikel "Endlich eine schwarze Null" (BZ vom 31. Januar):

Die Gemeinde Hinterzarten hat einen Gewinn durch den Holzverkauf von 45 000 Euro erzielt – mit der Bekanntgabe, die Preise seien hoch und es wird frisches Holz benötigt. Ich weiß ein Lied davon zu singen, wie diese sogenannten Holzernten in der Realität ablaufen und vor allem, wie der Wald hinterher aussieht. Es ist immer wieder bestürzend zu sehen, mit welcher Brutalität und mit welch schwerem Gerät in den empfindlichsten Bereichen des Waldes – selbst an den Hängen – geholzt wird. Die Forstwege sind zu zweispurigen Straßen geworden, die ältesten und wertvollsten Bäume werden mit Maschinen herausgezogen, um zu Brennholz verarbeitet zu werden.

Diese Art von Waldwirtschaft ist niemals nachhaltig, sie zerstört wertvollen Lebensraum und trägt zur Erosion bei. Die Gewinne, die erzielt werden, gehen auf Kosten unserer Kinder und Enkel. Alle, selbst Wissenschaftler, sagen, den Wald, wie wir ihn kennen, wird es bald nicht mehr geben. Das liegt auch maßgeblich an der Forstwirtschaft, die am Profit interessiert ist. Hoffentlich endet das kollektive Wegschauen bald und die Gesellschaft verlangt ihr Recht am Wald.

Claudia Ciobanu, St. Märgen