Leserbriefe

Natali Fessmann (IG Verkehr)

Von Natali Fessmann (IG Verkehr)

Fr, 30. Oktober 2020

Leserbriefe Lörrach

TRAM

Zwei Städte, zwei Vorgehensweisen
Zum Artikel "Stickelberger setzt sich für Tram 8 Plus ein" im Weiler Teil, BZ vom 21. Oktober:
Zwei Städte und zwei Vorgehensweisen in Sachen Mobilität und Verkehr. Während Oberbürgermeister Wolfgang Dietz in Weil am Rhein die Tramtrasse 2014 realisiert hat und heute mit Volldampf im Interesse der Bevölkerung und des Klimaschutzes um ihre Verlängerung kämpft, geht Lörrach einen langsamen Weg. Im Sommerinterview der BZ Ende August verriet Oberbürgermeister Jörg Lutz in Bezug auf die Tramverlängerung: "Vielleicht sieht es ja in 20 bis 30 Jahren wieder anders aus." Mit Unterstützung des Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger und Geldern aus der Schweiz dürfte die Tramtrassen-Verlängerung in Weil bis dahin längst beendet sein.

In Lörrach dagegen wird das Gesamtverkehrskonzept und die darin integrierte Machbarkeitsstudie für die Tram in die ferne Zukunft verschoben. Die "Velo-Offensive" der Grünen wurde wiederum in das Gesamtverkehrskonzept gar nicht integriert, die dahin gehört, und soll zügig umgesetzt werden. Damit überlässt OB Lutz das Feld den Grünen, die gegen die Verlängerung der Tramtrasse sind, und gibt ihnen, inzwischen zahlenmäßig die stärkste Fraktion im Gemeinderat, eine uneingeschränkte Möglichkeit, die Stadt punktuell und einseitig nach Bedürfnissen einer Minderheit zu gestalten, was nicht unbedingt im Interesse der ganzen Bevölkerung liegen kann. Im Interesse der Allgemeinheit und des Klimaschutzes liegt untrennbar beides, ein zügiger Ausbau des ÖPNV und somit die Verlängerung der Tramtrasse und der Ausbau der Fahrradwege. Die Meinung ausgebildeter Verkehrsplaner und ein Gesamtverkehrskonzept, das erst in 20 bis 30 Jahren kommen soll, wenn überhaupt, werden nichts Wesentliches mehr korrigieren, sondern lediglich die von den Grünen heute geschaffenen Tatsachen legitimieren können. Natali Fessmann, IG Verkehr

CORONA-PROTEST
Widersprüchliche Ansagen
Zum Kommentar "Die reine Provokation" von Kathrin Ganter, BZ vom 20. Oktober:
Liebe Frau Ganter, haben Sie vielen Dank, dass Sie den Provokateuren, den Corona-Gegnern, der Clique, dem Apotheker eine Stimme in der Badischen Zeitung geben. Gestatten Sie mir den Hinweis, dass es durchaus legitim ist – gerade durch das Stilmittel der Überzeichnung – Kritik und Meinungsverschiedenheit (an Wissenschaft, Politik und Gesellschaft) zu üben.

Meinen Sie ernsthaft, dass diese sachlich und fundiert diskutiert und vernünftige Entscheidungen, inklusive sinniger Maßnahmen, verordnet? Der "Law ’n’ Order Lutz" hat in letzter Zeit ziemlich widersprüchliche Ansagen zur Maskenpflicht in "unserer Zone" gemacht. Er verstärkt das Kompetenz-Wirrwarr und steht exemplarisch für die Führungsschwäche dieser Landes- und Landratsregierung. Vielleicht sind diese "Guten Hirten" auch deswegen so diszipliniert und streng, weil ihre Schutz-Behauptungen nicht überzeugen. Getreu dem Bläser-Motto: "If wrong, then strong".

Herrn Super-Spahn und MP Kretschmann scheint allmählich die Luft auszugehen, denn sie haben keine stichhaltigen Beweise, die diese Freiheitsberaubung rechtfertigen. Stattdessen werden ihre unsinnigen Allgemein-Verfügungen von der Dritten Gewalt nach und nach kassiert. Wo sind denn die seriösen Studien, die belegen, dass das Tragen einer Alltagsmaske die Ausbreitung dieses Virus vermindert? Die zusammengeklaubte WHO-Studie – eine sogenannte Meta-Analyse im The Lancet veröffentlicht – ist es jedenfalls nicht.

Ist die Untersuchungsmethode – einschließlich der Vervielfältigung der Sars-CoV-2-Genfragmente – bundesweit einheitlich bzw. vergleichbar? Ist ein Covid-19-positiv-Getesteter bereits mit diesem infiziert und somit schon ein gefährlicher Seuchenbringer? Wie ist bewiesen, dass durch Schul-, Geschäfts- und Grenzschließungen – der Lockdown – die sogenannten Infektionszahlen gesenkt wurden? Ist es nicht eher ein natürlicher Verlauf, dass die Virenlast zur wärmeren Jahreszeit deutlich dahinschmilzt? Wie lässt sich ein mögliches anderweitiges Wachstumsverhalten des C-Virus belegen? Viele Fragen, wenig nachvollziehbare Antworten. Bitte lieber Leser, erbringen Sie die sicheren Beweise und überzeugen Sie.

Birger Bär, Lörrach

ALTPAPIERSAMMLUNGEN
Vereine brauchen das Geld
Zu den Papiersammlungen durch die Vereine äußert sich ein Leser:
Am 17. September wurde von der Narrenzunft Steinen Altpapier eingesammelt. Als ich morgens um 8.30 Uhr im Ort einkaufen ging, war ich überrascht, wie wenige Zeitungen am Straßenrand lagen. So haben die Vereine keine Lust mehr, die ganzen Straßen abzufahren, um ein paar Pakete Zeitungen einzusammeln. Ich nehme an, dass die Leute aus Gedankenlosigkeit oder aus Bequemlichkeit nicht daran denken, dass die Vereine das erwirtschaftete Geld für die Jugendarbeit brauchen. Eigentlich schade, denn die meisten Leute hätten ein bisschen Platz im Keller oder in der Garage.

Heinz Strohmeier, Steinen