Leserbriefe

Manfred Kubitschek

Von Manfred Kubitschek (Elzach)

Mo, 22. November 2021

Elzach

ELZTALBAHN

Gedächtnisverlust am Jubelsonntag
Zu den Beiträgen zur Eröffnung der Elztalbahnlinie (BZ vom 13. und 15. November):
Zwei Absätze aus der Berichterstattung zur Eröffnung der Elztalbahn werden mir in Erinnerung bleiben. "Marktplatz 11": "Und einen Grund zum Feiern gab es tatsächlich: Es hat nicht noch länger gedauert". Der andere Absatz ist eine schallende Ohrfeige für alle Pendler (Elztalausgabe) "Am Ende ging über alle, von der Projektleiterin bis zum Elzacher Bürgermeister ein goldener Konfettiregen nieder." Geht’s noch oder wie charakterlos darf politisches Handeln sein? Über ein Jahr Zeitüberschreitung bei der Fertigstellung des Projektes. Kein Wort der Entschuldigung gegenüber den Betroffenen. Aber Konfettiregen! Wenn man von Elzach aus den SEV nach Freiburg benutzte, dauerte die Fahrt hin und zurück zirka 45 Minuten länger als mit dem Zug. Macht bei einer Fünf-Tage-Woche 225 Minuten gestohlene Zeit.

Die Verzögerungen in der Bauausführung gingen einher mit den Lieferschwierigkeiten bei den neuen Triebwagen der SWEG. Deshalb gab es nie ernsthaften Druck aus Landes- und Kommunalpolitik, das Bauvorhaben zu beschleunigen und für eine zeitnahe Fertigstellung zu sorgen. Der neue Fahrplan ist auch nicht unumstritten. Die Schulleitungen im Elztal können ein Lied davon singen. Auch Benutzer des Fernverkehrs ab Freiburg Hauptbahn werden sich verwundert die Augen reiben. Möchte man nämlich von Elzach in Richtung Norden umsteigen, sind sportliche Höchstleistungen gefragt. Mehr wie fünf Minuten hat der Fahrplan, den das Land und Zweckverband mitzuverantworten haben, nicht vorgesehen. In drei Wochen beginnt der Jahresfahrplan 2021/22. Bald müssen die Daten für Bus und Bahn im Elztal auf dem Tisch liegen. Es bleibt also spannend.

Manfred Kubitschek, Elzach