Leserbriefe

Angela Bäumle (Bad Säckingen)

Von Angela Bäumle (Bad Säckingen)

Di, 08. Oktober 2019

Bad Säckingen

BÜRGERMEISTERWAHL

Habe mich fast fremdgeschämt
Zur Berichterstattung über die BZ-Hautnah-Veranstaltung zur Bürgermeisterwahl in Bad Säckingen ("Im Ringen um die Gunst der Wähler" von Michael Krug, BZ vom 4. Oktober)

Beim Lesen des Artikels frage ich mich: Herr Krug, waren wir am 2. Oktober an derselben Veranstaltung? Wer Ihren Artikel liest und nicht persönlich in dieser Veranstaltung war, könnte meinen, beide Kandidaten haben sich gleich gut und ausführlich bei dieser Kandidatenbefragung geäußert. Hatten Sie Mitleid mit Herrn de Rosa oder ging es Ihnen so wie mir, dass ich mich fast fremdgeschämt habe bezüglich der wenig fundierten Aussagen und der sehr gefläzten Sitzhaltung des Herrn de Rosa? Zu fast allen Themen, die im Übrigen von Ihren beiden Kollegen gut vorbereitet und moderiert wurden, konnte Herr de Rosa wenig Qualifiziertes beisteuern. Er sprach ständig von "man müsste ...". Von einem amtierenden Stadtrat und ernstzunehmenden Bürgermeisterkandidaten erwarte ich da doch deutlich mehr.

Herr Guhl dagegen hat an diesem Abend sachlich, fundiert, ehrlich und engagiert zu allen Fragen ausführlich Stellung genommen. Meiner Meinung nach wird diese Diskrepanz in Ihrem Artikel nicht deutlich.

Eigentlich bin ich sehr irritiert, mit welcher Selbstüberschätzung sich Herr de Rosa für solch ein Amt bewirbt und mit welch gezeigter geringer Kompetenz und dem bloßen "man müsste reden" glaubt, die Geschicke einer Stadt lenken zu können. Angela Bäumle, Bad Säckingen

VERBOTE IN BAD SÄCKINGEN

Wo bleibt Verständnis für die Jugendlichen?
Zu "Müll und Chaos an der Grillstelle" in Bad Säckingen zwischen Ruderclubareal und Fridolinsbrücke (Foto und Text in der BZ vom 4. Oktober)

Verbieten, zumachen, Bürgersteige hochklappen! Ich erkenne bei dem veröffentlichten Foto kein "Bild der Verwüstung", sondern lediglich einen Ort, der aussieht wie jeder zweite Grillplatz, bei dem die Mülleimer fehlen beziehungsweise nicht geleert werden. Nur dass dieser Platz eben von Jugendlichen angenommen wurde und an dem eben gefeiert wurde.

Aber anstatt im Gemeinderat zu unterstützen, dass hier die Jugendlichen mangels Alternativen einen schönen Ort gefunden haben, will man mal wieder verbieten. Warum nicht beschließen, am Morgen jemanden vom Technischen Dienst abstellen, der die teilweise aufgestellten, völlig überfüllten Mülleimer eben auch mal am Wochenende leeren soll? Und warum nicht jemanden vom Ordnungsamt abends vorbeischicken, der Präsenz zeigt? Das geht interessanterweise in anderen Gemeinden, aber nicht in Bad Säckingen.

So darf auch im Schlosspark abends kein Jugendlicher mehr sein, ist ja schließlich verboten. Und Bungeesurfen – verbieten! Aufenthalt am Rheinufer in Wallbach: Stört einzelne Anwohner – unbedingt verbieten! Eggbergrennen: Stört jemanden – auch verbieten! Und wenn wir schon dabei sind: Eine Minigolfanlage haben wir auch nicht mehr.

Früher gab es für uns im jugendlichen Alter noch diverse Lokalitäten wie den "Club 69", die ",Oase", das "Feelings", Disco im Alten Gefängnis . . . – alles Geschichte. Abgeschafft! Verboten! Und wenn dann mal ein Brückenfest oder eine Kneipennacht gemacht wird, die riesigen Anklang finden, wird es spätestens um 1 Uhr abgewürgt, denn es müssen ja wieder die Bürgersteige hochgeklappt werden. Oder zukünftig einfach im Gemeinderat verbieten?

Werte Gemeinderäte, wo bleibt der Sinn und das Verständnis für unsere Jugendlichen? Habt Ihr früher nicht auch gefeiert und mal "einen draufgemacht"?
Christoph Schneider, Bad Säckingen