Leserbriefe

Wolfgang Nehlert, Lahr-Kuhbach

Von Wolfgang Nehlert & Lahr-Kuhbach

Fr, 10. Juli 2020

Lahr

TEMPO 30
Es sind zu viele Autos auf der Straße
Auf den Leserbrief von Mathis Fehse ("Autos brauchen mehr Zeit durch das Dorf"/BZ vom 7. Juli) meldet sich ein B 415-Anwohner.

Herr Fehse gibt Zahlen vor, die leider auf fehlende mathematische und reale Sachkenntnisse hindeuten. Er berechnet die Durchfahrt von Reichenbach mit einer unzulässigen Geschwindigkeit von 46,15 Stundenkilometern und übersieht gleichzeitig, dass der Verkehrsfluss innerorts unter anderem durch Linksabbieger, Zulieferer, Fußgängerampel für Kindergartenkinder, Schüler und Erwachsene, Müllabfuhr, Krankenwagen und Feuerwehr gestört wird. Je öfter aber ein Fahrzeug bremsen oder halten muss, desto geringer ist der Einfluss der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf die Fahrzeit. Vor diesem Hintergrund muss Tempo 30 nicht zwangsläufig zu einer längeren Fahrzeit führen.

Es sind zu viele Autos auf der Straße! In diesem Sinne verstehe ich seinen Hinweis auf die Schadstoffbelastung und nehme an, dass er für eine Reduzierung von Lkw, Stärkung des ÖPNV und der Gesundheit (nehmt das Rad für 1,5 Kilometer) eintritt.

BEWEIDUNGSKONZEPT
Genug der Selbstbeweihräucherung
Zum Bericht über das Beweidungsprojekt des Naturschutzbundes auf dem Langenhard ("Erwartungen des Nabu übertroffen"/BZ vom 8. Juli) schreibt ein Leser.
Die Tatsachen sind geschaffen, der Käs isch gesse, würde der Badener sagen. Andererseits ist die Selbstbeweihräucherung der Nabu-Experten kaum zu ertragen. Im Wissen, dass viele Bürger der neuen Art der Bewirtschaftung und dem Elektrozaun äußerst kritisch gegenüber stehen, stände den Verantwortlichen etwas Demut gut zu Gesicht.

Was meint Herr Caroli mit dem gefundenen Kompromiss? Besteht dieser darin, dass man jetzt immerhin noch entlang der Zäune wandern kann oder dass man das Gebiet überhaupt noch betreten darf? Seine aufgezählten Punkte würde ich im Einzelnen wie folgt kommentieren:
» Die Natur hat sich die entstandenen Brachflächen zurückgeholt. Klingt gut, weniger poetisch könnte man auch sagen: Irgendwann wächst jede noch so brutal gerissene Schneise irgendwie wieder zu.
Die Schönheit des Gebietes hat nicht gelitten. Da sind bekanntlich ganz viele Menschen ganz anderer Meinung.
» Es sind entlang der Zäune neue Wander- und Erkundungsmöglichkeiten entstanden. Was ist damit gemeint, etwa die neuen Verbotsschilder und die Warnhinweise zum Elektrozaun?
Der Wald hat in ökologischer Sicht profitiert. Haben auch die schön gewachsenen Waldränder profitiert, die einfach niedergerissen wurden, oder die Steinpilzmycelien unter den hohen lichten Eichen im nordöstlichen Bereich, die man eben schob?
» Die Weidetiere fühlen sich außerordentlich wohl. Das mag sein, die Schafe früher wirkten aber auch nicht gerade unglücklich.
Durch das Beweidungskonzept gibt es mehr Blütenpflanzen und Insekten.Wie kann man das wissen, liegen doch nach eigenem Bekunden noch keine verlässlichen Daten vor?

In einem Punkt muss ich Herrn Opitz allerdings recht geben. Seiner Aussage, dass aus dem Langenhard jetzt eine Schwarzwaldlandschaft geworden ist, kann ich nur zustimmen. Gleichzeitig ist genau dies mein Hauptkritikpunkt. Nach meinem ästhetischen Empfinden, ist aus dem arkadisch anmutenden Kleinod jetzt eine stinknormale Viehweide geworden. Der Langenhard hat sein Alleinstellungsmerkmal, die freie weite Landschaft mit Schafbeweidung, verloren.

Im Bericht wird auch suggeriert, dass die Präsenz der aufgezählten Vogelarten irgend etwas mit der neuen Bewirtschaftung zu tun habe. Den Pirol konnte ich schon vor Jahren da oben hören und manchmal auch sehen, ebenso den Neuntöter, die Goldammer sowieso.

Bernd Himmelsbach, Lahr

AUSWEIS
Von Reichenbach nach Lahr und zurück
Zum Leserbrief von Rolf Dieterle ("Eine Menge sparen"/BZ vom 27. Juni) berichtet ein Leser.
Nachdem mein Ausweis abgelaufen war, hat mir die Ortsverwaltung Reichenbach mitgeteilt, dass ich aufs Bürgerbüro in Lahr muss, mit Voranmeldung. Anfang Juni hatte einen Termin, vier Wochen später erhielt ich ein Schreiben, dass ich ihn abholen kann. Aus Umweltgründen machte ich mit dem Bus auf den Weg zum Bürgerbüro. Nach langem Suchen wurde dort festgestellt, dass der Ausweis im Rathaus Reichenbach liegt. Ich solle dort einen Termin ausmachen.

Rudi Würth, Lahr- Reichenbach