LESETIPP: Das Virus vorhergesehen

Jörg Buteweg, Wirtschaftsredaktion

Von Jörg Buteweg & Wirtschaftsredaktion

Sa, 01. August 2020

Literatur & Vorträge

Es gibt keine passendere Urlaubslektüre für diesen Corona-Sommer als "Der Wal und das Ende der Welt". John Ironmonger nimmt nämlich in seinem 2015 auf Englisch erschienenen Buch die Pandemie vorweg. Die trifft – im Roman ist es ein tödliches Grippevirus – einen Bankangestellten, der vor seinem Job in London geflüchtet ist, in einem 300-Seelen-Nest im entlegenen Cornwall. Dort rettet dem jungen Mann erst ein Wal das Leben, dann rettet er den Wal – und zu guter Letzt kämpfen alle Dorfbewohner gemeinsam mit dem Fremden aus der großen Stadt ums Überleben. Der Strom fällt aus, das Essen wird knapp, keinerlei Nachrichten dringen mehr aus der Welt da draußen in das Dorf an der Irischen See. Das alles ist urlaubsgerecht leicht erzählt und hat auch ein Happy-End – für das Seelenleben des Romanhelden und für die Gesundheit (fast) aller Beteiligten.

John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt. Roman. Aus dem Englischen von Maria Poets und Tobias Schnettler. Fischer Taschenbuch. 480 Seiten; 12 Euro