LESETIPP: Datenkrieg in der Zukunft

Ralf Strittmatter, Redaktion Müllheim

Von Ralf Strittmatter & Redaktion Müllheim

Sa, 01. August 2020

Literatur & Vorträge

Was ist Wirklichkeit, was Fantasie? Im Roman "Hard-boiled Wonderland und das Ende" der Welt aus dem Jahr 1985 geht der japanische Autor Haruki Murakami dieser Frage gleich in zwei Geschichten nach. In einem realen Tokio der Zukunft, genannt Hard-boiled Wonderland, tobt ein Datenkrieg. Der 35-jährige Ich-Erzähler arbeitet als Kalkulator für das Datenschutzunternehmen "System". Als ihn ein genialer Wissenschaftler mit dem Berechnen besonderer Daten beauftragt, gerät er zwischen die Fronten. In einem zweiten Erzählstrang kommt ein namenloser Ich-Erzähler in eine von einer Mauer umschlossene Stadt – das Ende der Welt, eine fantastische zeitlose Parallelwelt. Dort soll er in der Bibliothek aus seltsamen Tierschädeln alte Träume lesen. Im Verlauf der Handlung überschneiden sich die Geschichten zunehmend und die Grenzen zwischen vermeintlicher Wirklichkeit und Fantasiewelt verschwimmen. Das Abenteuer dieses Romans besteht darin, zu entdecken, wie beide Welten zusammenhängen.

Haruki Murakami: Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt. Roman. Aus dem Japanischen von Annelie Ortmanns (Das Ende der Welt) und Jürgen Stalph (Hard-boiled Wonderland). btb Verlag, München, 2007, 512 Seiten, 12 Euro.