LESETIPP: Kloake statt Inselparadies

Stephanie Streif, Zisch-Redaktion

Von Stephanie Streif & Zisch-Redaktion

Sa, 29. Juli 2017

Literatur & Vorträge

Dusty Muleman ist keiner von den Guten: Die Abwässer seines Kasinoschiffes Coral Queen lässt er nachts hektoliterweise ins Hafenbecken leiten. So viel Sauerei darf nicht sein, findet Noahs Vater. Doch alle seine Versuche, die Behörden auf Dustys umweltzerstörerisches Treiben aufmerksam zu machen, laufen ins Leere. Also versenkt er kurzerhand das Schiff und landet – wo sonst – im Knast. Während sich die Stadt das Maul über ihn zerreißt, macht sich Noah zusammen mit seiner Schwester Abbey auf die Suche nach Lice Peeking, einem verkrachten Typen, der früher auf Dustys schwimmendem Kasino gearbeitet hat. Ob der mehr weiß? Als Peeking plötzlich verschwindet und die Coral Queen leergepumpt und schön geschrubbt wieder zur Spielhölle wird, steht für Noah und Abbey fest, dass sie es sind, die Dusty daran hindern müssen, seinen Dreck weiterhin in das türkisfarbene Wasser der Florida Keys zu leiten. Ausgetüftelt ist der Plan schnell, ausgeführt nicht. Dustys Schlägertypen, eine hysterische Alte und ein verschlicktes Etwas machen den beiden ganz schön zu schaffen. Toller Lesestoff, etwas moralisierend, dafür sehr bildgewaltig. Wer "Fette Fische", den zweiten Jugendkrimi von Carl Hiassen liest, durchschippert selbst die Mangrovenwälder der kleinen Inselgruppe im südlichsten Osten Amerikas. Ist ein bisschen wie Urlaub.

Carl Hiassen: Fette Fische. Krimi, aus dem Amerik. von Birgitt Kollmann. Gulliver von Beltz & Gelberg, Weinheim 2016. 304 Seiten, 8,95 Euro (Taschenbuch).