Kleinwüchsige Assistentin

Liefers: Keine Alberich-Witze im Tatort wären Ausgrenzung

dpa

Von dpa

Do, 19. November 2020 um 13:55 Uhr

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Keine übertriebene Schonung: Die Witze über Kleinwüchsigkeit im Münster-Tatort sind nach den Worten von Jan Josef Liefers fein austariert.

"Es war uns wichtig zu verstehen, wie Christine Urspruch das sieht", sagt der Tatort-Star in einem Hörzu-Interview. "Sie hat uns erklärt, dass sie sich viel diskriminierter fühlen würde, wenn wir keine Witze über sie rissen. Über lange Dünne, sagt sie, mache man sich schließlich auch lustig, wenn man sie etwa als "Bohnenstange" bezeichne und sich erkundige, wie "die Luft da oben" sei. Laut Christine ist übertriebene Schonung ebenfalls Ausgrenzung."

In seiner Rolle als Pathologe Professor Boerne nennt Liefers seine kleinwüchsige Assistentin Silke Haller (gespielt von der 1,32 Meter großen Christine Urspruch) von oben herab "Alberich" nach dem mythischen Zwergenkönig.

Liefers erläuterte: "Momentan wird ja in der ganzen Gesellschaft darum gekämpft, wo Humor anfangen darf und wo er endet, wo Satire aufhört und eine Kränkung oder rassistische Beleidigung beginnt. Denn per se ist politisch inkorrekt ja überhaupt nicht lustig. Man sollte sich durchaus Mühe geben, Bevölkerungsgruppen, die aus gutem Grund empfindlich geworden sind, nicht böswillig zu kränken."

Boernes Witze über Kleinwüchsigkeit seien deshalb genau abgestimmt. In dem Doppelinterview zu 50 Jahre Tatort sagen Liefers und Kollege Axel Prahl auch, wen sie gerne als Ermittler sähen. "Udo Lindenberg - als intergalaktischen Weltraum-Panik-Kommissar. Das fände ich mega", sagt Prahl. "Und bei den Frauen plädiere ich für Nina Hagen. Das wäre ein spezieller Krimi", sagt Liefers.