Vernichtung vor der eigenen Haustür

Wolfram Wette

Von Wolfram Wette

Sa, 23. Juli 2011

Literatur

SACHBUCH: Der israelische Historiker Daniel Blatman hat für sein Buch über die Todesmärsche 1944/45 zehn Jahre lang geforscht.

Es war das letzte Kapitel in der mörderischen Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland. Als im Frühjahr 1945 die Niederlage im Zweiten Weltkrieg nicht mehr abzuwenden war, die Alliierten näher rückten, trieben die Deutschen die Häftlinge, die sie noch in Konzentrationslagern im Osten gefangen hielten, zusammen und ließen sie nach Deutschland marschieren. Von den etwa 750 000 Häftlingen kamen mehr als 250 000 im Zuge dieser Todesmärsche ums Leben.

Nicht selten werden die Todesmärsche von 1944/45 mit dem Holocaust in Verbindung gebracht. So vertrat der amerikanische Historiker Daniel Jonah Goldhagen in seinem Buch "Hitlers willige Vollstrecker" 1996 die Ansicht, die Phase der Todesmärsche sei das letzte, abschließende Glied der "Endlösung der Judenfrage" gewesen. Die Triebfeder für die Anwendung dieser Vernichtungsmethode sei in einem fanatischen mörderischen Antisemitismus zu ...

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